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UBS: Milliarden-Busse wegen Libor-Skandal?

Libor: Nach der Adoboli-Pleite eine weitere Grossbaustelle der Bank. (Bild: Keystone)

Die UBS ist offenbar bereit, eine Rekordstrafe zu zahlen, damit die Libor-Ermittlungen gegen die Grossbank eingestellt werden.

Veröffentlicht am 13.12.2012

Um Ermittlungen von amerikanischen und britischen Behörden abzustellen, ist die UBS offenbar bereit, mehr als eine Milliarde Dollar zu bezahlen. Dies berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person.

Verwirrende Signale

Die Signale der UBS zum Libor-Fall waren bisher eher verwirrend. Noch vor wenigen Wochen berichtete ein hoher UBS-Kader während einem Vortrag, dass man allgemein keine Vergleiche mehr abschliessen wolle. Er nahm dabei auch auf den Libor-Skandal Bezug, weiss «Handelszeitung Online».

Rekordbusse trotzt Teil-Immunität?

Dann kam später die Zahl von 450 Millionen Dollar in Umlauf: Vor rund zehn Tagen hatte die «New York Times» berichtet, dass sich die Strafzahlung für die UBS auf mehr als 450 Millionen US-Dollar belaufen soll. Nun also ist von einer Zahlung von über einer Milliarde Dollar die Rede. Und dies, obwohl die Regulatoren der UBS wegen der Zusammenarbeit in dem Fall eine Teilimmunität zugesichert hatten. Sollte die Rekordbusse trotz der Strafminderung Gewissheit werden, hiesse dies, dass die Verfehlungen der jeweiligen UBS-Mitarbeiter bei der Manipulation des Libor-Satzes höchst gravierend waren.

Der UBS wird vorgeworfen, dass sie gemeinsam mit anderen Banken den Libor manipuliert hat, um sich so Vorteile zu verschaffen. Der Libor ist der Referenzzins für viele Finanzgeschäfte.

Sollte die UBS tatsächlich mehr als eine Milliarde Dollar bezahlen müssen, wäre es die bisher höchste Strafe in Sachen Libor und mehr als doppelt so hoch wie die von Barclays bezahlte. Die britische Grossbank hatte im Sommer eingeräumt, den Libor zumindest teilweise manipuliert zu haben. Seitdem ermitteln die Behörden weltweit gegen zahlreiche Banken. Darunter ist auch die Deutsche Bank. Die Ermittlungen sind sehr komplex.

Einigung am Montag?

Barclays hatte im Sommer 290 Millionen Pfund oder umgerechnet rund 468 Millionen Dollar bezahlt, um die Ermittlungen in Grossbritannien und den Vereinigten Staaten beizulegen. Die Strafe gegen die UBS könnte bereits in der kommenden Woche bekannt gegeben werden, berichtet die Nachrichtenagentur DPA. Noch werde hinter den Kulissen über die genaue Höhe gerungen - die Summe könnte sich daher noch ändern.

Die Einigung mit den Regulierungsbehörden könnte gemäss «Financial Times» bereits am kommenden Montag bekanntgegeben werden. Die UBS wollte den Bericht gegenüber der Zeitung nicht kommentieren, für AWP war bis anhin niemand für eine Auskunft erreichbar.

(chb/jev/awp)

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