Der Chefredaktor des Wochenmagazins «Hot Doc», Kostas Vaxevanis, muss heute vor Gericht erscheinen. Er veröffentlichte über 2000 Namen von mutmasslichen griechischen Steuersündern - darunter figurieren promiente Namen, von Journalisten über Ingenieure, Politiker bis Finanzbeamten findet sich alles.

Die Liste stammt von den geklauten Daten der Bank HSBC, die Frankreich von Hervé Falciani verkauft wurden und in dessen Folge etliche französische und spanische Steuersünder an die Kasse kamen. In Griechenland wird sie auch «Lagarde-Liste» genannt - sie kursiert bereits im Internet.

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Vaxevanis wurde gestern abgeführt. Noch während die Polizeibeamten in seiner Wohnung standen, twitterte er über seine bevorstehende Verhaftung. Die Strafverfolgungsbehörden begründeten die Verhaftung damit, dass Vaxevanis unerlaubt Personendaten von Leuten veröffentlichte, die sich keiner Straftat schuldig gemacht hätten.

Doch Kritiker bezeichnen den Grund für die Strafaktion als vorgeschoben. In Wahrheit gehe es darum, dass die Finanzbehörden die Liste seit Jahren hätten, aber bis heute aus Angst und Willkür nichts unternahmen. So hätten hohe Funktionäre der Finanzverwaltung etwa behauptet, sie hätten keine Liste oder, sie sei verloren gegangen.

Kostas Vaxevanis sagt gegenüber der Nachrichtenagentur «Reuters», er hätte mit der Veröffentlichung lediglich seine Arbeit als Journalist gemacht.