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Terror
Über 80 Tote bei Anschlägen im Irak

Iraker begutachten die Zerstörung einer Autobombe in der Stadt Tuz Khurmato in Kirkuk, Nordirak. (Bild: Keystone)

Tod und Zerstörung im Irak. Zum Ende des Fastenmonats Ramadan wurde die Bevölkerung mit einer Serie von Anschlägen terrorisiert. Ein Zweig des Netzwerks Al-Kaida bekennt sich zu den Taten.

Veröffentlicht am 11.08.2013

Im Irak sind bei einer Serie von Anschlägen zum Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan am Wochenende mehr als 80 Menschen ums Leben gekommen.

Am Sonntag wurden bei mehreren Anschlägen im ganzen Land nach Polizeiangaben mindestens sieben Menschen getötet. Allein in der Hauptstadt Bagdad waren am Samstag nach Angaben von Medizinern und Sicherheitskräften bei der Explosion von zwölf Autobomben mindestens 57 Menschen gestorben und mehr als 150 verletzt. Ziel der Attentate waren vor allem Stadtteile, in denen überwiegend Schiiten leben.

Seit Monaten wachsen die Spannungen zwischen Schiiten, die die Bevölkerungsmehrheit stellen, sowie Sunniten und Kurden. Auch in Tus Churmato, Nassirija und Kerbela wurden mehrere Menschen bei Anschlägen getötet.

Der diesjährige Fastenmonat, der am Sonntag endete, ist einer der gewaltsamsten der vergangenen Jahre. In Bagdad zündeten Unbekannte Sprengsätze in Einkaufsstrassen und Freizeitparks. Dort hielten sich während des mehrtägigen Festes Eid al-Fitr, das das Ende des Ramadans markiert, sehr viele Menschen auf. In der Hauptstadt waren am Dienstag bei ähnlichen Anschlägen 50 Menschen getötet worden.

Das irakische Innenministerium übte scharfe Kritik an Medienberichten über die Anschlagserie am Samstag. Die Darstellungen seien übertrieben und verliehen dadurch den Aufständischen moralische Unterstützung. Bei den Anschlägen seien lediglich 21 Menschen umgekommen und eine jüngste Sicherheitsoffensive zeige Wirkung, erklärte das Ministerium.

Seit Jahresbeginn hat die Gewalt im Irak wieder zugenommen. Allein im Juli wurden nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 1000 Menschen getötet, so viele wie seit Jahren nicht mehr. Viele Anschläge werden sunnitischen Aufständischen angelastet. Sie fühlen sich von der schiitischen Mehrheit unterdrückt, die nach dem Sturz des Diktators Saddam Hussein im Jahr 2003, eines Sunniten, das Sagen hat.

Offener Krieg

Der Konflikt zwischen den beiden Bevölkerungsgruppen hat sich aus Sicht des Innenministeriums zu einem offenen Krieg ausgewachsen. Inzwischen werden nicht mehr nur Geschäftsstrassen und Einkaufszentren angegriffen, sondern auch Jugendliche, die Fussball spielen, und Menschen, die in den Bagdader Cafes Fussballspiele anschauen.

Ein Zweig des internationalen Terror-Netzwerks Al-Kaida hat sich zu den Anschlägen im Irak bekannt. Die Schiiten sollten sich «Tag und Nacht nicht in Sicherheit» fühlen, erklärte die Bewegung Islamischer Staat im Irak und im Morgenland am Sonntag.

Während der Feiern zum Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan kam es im Irak zu einer Serie von verheerenden Sprengstoffanschlägen und willkürlichen Feuerangriffen auf Zivilisten.

Allein in Bagdad, wo insgesamt zehn Autobomben auf Märkten und vor öffentlichen Gebäuden detonierten, zählte der Fernsehsender Al-Baghdadija 98 Opfer. In der nördlichen Stadt Kirkuk starben den Angaben zufolge 14 Menschen, als eine Autobombe neben einer schiitischen Moschee explodierte.

Weitere Sprengsätze detonierten in der Ortschaft Tus Chormato, die zur Provinz Salaheddin gehört, sowie in der südlichen Stadt Al-Nasirija. Die meisten Anschläge trafen am Samstag die Bewohner schiitischer Wohnviertel.

(chb/tke/reuters/sda)

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