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Kämpfe
Ukraine beschuldigt Moskau der Eskalation

In Kiew werden Kerzen für die Soldaten gesetzt: Die Kämpfe im Osten flauen nicht ab.   Keystone

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat in einem Telefonat mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel Russland für zunehmende Spannungen im Krisengebiet Ostukraine verantwortlich gemacht.

Veröffentlicht am 12.11.2014

Moskau versorge die Separatisten weiterhin mit Kämpfern und Waffen, meinte der prowestliche Petro Poroschenko nach Angaben seines Presseamtes. Die Aufständischen würden die im September von den Konfliktparteien beschlossenen Friedensschritte ignorieren, so der ukrainische Präsident in einem telefonischen Gespräch mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel weiter. Auch Russland fehle der Wille zum mässigenden Einwirken, heisst es in der Mitteilung.

Merkel habe zugesichert, dass die Ukrainekrise beim G20-Treffen an diesem Wochenende besprochen werde. Auch die Nato hegt ähnlichen Verdacht wie Poroschenko. Sie zeigt sich beunruhigt über den militärischen Nachschub aus Russland für die Separatisten in der Ostukraine. «Ich bin besorgt über die zunehmenden Bewegungen», erklärte der Oberkommandierende, US-General Philip Breedlove in Neapel.

Gewalt in der Region nicht eingedämmt

In den vergangenen Tagen seien Waffen und Ausrüstungen über die russische Grenze zu den Rebellen transportiert worden. Er rief dazu auf, Landesgrenzen zu respektieren. Breedlove wies zudem auf die Konzentration russischer Truppen an der ukrainischen Grenze und die Verlegung russischer Militäreinheiten auf die Krim hin.

Auch die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) befürchtet angesichts der fortdauernden Gefechte in der Ostukraine eine weitere Ausweitung der Kampfhandlungen. «Das Gewaltniveau in der Ostukraine sowie das Risiko einer weiteren Eskalation sind weiterhin hoch und steigen weiter an», sagte OSZE-Sprecher Michael Bociurkiw. Auch mehr als zwei Monate nach der Unterzeichnung des Abkommens von Minsk sei die Gewalt in der Region nicht eingedämmt worden.

Zusätzliche Massnahmen gegen Russland

Nach dem Wiederaufflammen der Kämpfe im Ukraine-Konflikt droht die Europäische Union mit einer Ausweitung der Sanktionen gegen Russland. Die EU-Aussenminister werden am Montag in Brüssel darüber und über weitere Hilfen für die Ukraine beraten. Das kündigte die neue Aussenbeauftragte der EU, Federica Mogherini an. Zusätzliche wirtschaftliche Strafmassnahmen gegen Russland stehen aber offenbar nicht zur Debatte.

(sda/reuters/se)

 

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