Im Streit um die Krim will die Ukraine in den kommenden 30 Tagen den Handel mit der von Russland annektierten Schwarzmeerhalbinsel einstellen. «Verboten wird die Lieferung von Waren und Dienstleistungen nach allen Zollregelungen», sagte Regierungschef Arseni Jazenjuk am Mittwoch in Kiew.

Ausgenommen werden sollen persönliche Gegenstände, wichtige Lebensmittel und humanitäre Hilfe. Damit unterstützt die Regierung krimtatarische und nationalistische Aktivisten, die bereits im September aus Protest gegen die russische Annexion eine Blockade begonnen hatten. Dabei war unter anderem Lastwagen die Durchfahrt versperrt worden.

Wochenlanger Stromausfall

Höhepunkt war ein wochenlanger massiver Stromausfall, nachdem die Aktivisten vier wichtige Strommasten gesprengt hatten. Erst mit der Reparatur einer der Linien und der Einrichtung einer «Energiebrücke» vom russischen Festland wurde die Stromversorgung der über zwei Millionen Krim-Bewohner wieder einigermassen gesichert.

Nach statistischen Angaben aus Kiew wurden in den ersten 10 Monaten 2015 Waren im Wert von umgerechnet 644 Millionen Euro auf die Krim geliefert sowie im Wert von 23 Millionen Euro in entgegengesetzter Richtung. Vergleichszahlen für die vergangenen Jahre gibt es nicht.

(sda/gku/ama)