Zur Stützung der Landeswährung Griwna hat die ukranische Zentralbank ihre Geldpolitik deutlich verschärft. Der Leitzins (Diskontsatz) steige um 3,0 Prozentpunkte auf 9,5 Prozent, teilte die ukrainische Zentralbank am Montag in Kiew mit. Es ist die erste Diskontsatzanhebung seit August 2013. Der Zinssatz, zu dem sich Banken über Nacht bei der Zentralbank refinanzieren können, steigt gar um 7,0 Prozentpunkte auf 14,5 Prozent.

Die Währung müsse gestützt werden, um die Inflationsanstieg zu dämpfen und den Geldmarkt zu beruhigen, begründete die Notenbank Ihre Entscheidung. Die Griwna hat seit Jahresbeginn von allen Währungen am meisten zum US-Dollar verloren. Nach der Entscheidung der Notenbank stieg der Kurs der Griwna merklich an und machte die vorherigen Tagesverluste wieder wett. Der Anleihemarkt war bereits geschlossen. Ukrainische Staatsanleihen hatten zuvor deutlich an Wert verloren.

Währung und Staatsanleihen benötigen Stütze

Die Krise in der Ukraine hatte in den vergangenen Wochen die Währung und die Staatsanleihen des Landes stark unter Druck gebracht. Am Montag verschärfte sich der Konflikt erneut. Trotz eines angedrohten Anti-Terror-Einsatzes haben prorussische Separatisten in der Ostukraine ein Ultimatum der Regierung in Kiew verstreichen lassen.

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Die EU hat als Reaktion darauf die Liste der Sanktionen gegen Russland erweitert. Darauf hätten sich die EU-Aussenminister geeinigt, sagte der britische Aussenamtschef William Hague am Montag in Luxemburg. Nun werde erarbeitet, wer genau von den Massnahmen betroffen sein solle. Auf der Liste stehen bereits 33 Russen und Ukrainer, die wegen der vom Westen als illegitim angesehenen Einnahme der Krim durch Russland angelegt wurde.

Weitergehende Massnahmen gegen Russland geplant

Nach Angaben von Frankreichs Aussenminister Laurent Fabius könnten weitergehende Massnahmen gegen Russland in der kommenden Woche auf einem EU-Gipfel beschlossen werden. Die EU hat diese Stufe, die auch Wirtschaftssanktionen beinhaltet, davon abhängig gemacht, ob Russland den Osten der Ukraine aktiv destabilisiert. Zugleich setzten die Aussenminister in Luxemburg ihre Hoffnungen darauf, dass vom geplanten Treffen zwischen Vertretern der EU, der Ukraine, der Vereinigten Staaten und Russlands am Donnerstag in Genf Zeichen der Entspannung ausgehen.


Die EU-Aussenminister gaben zudem grünes Licht für die bereits verabredeten Finanzhilfen für die Ukraine im Umfang von einer Milliarde Euro. Im Vorfeld des Assoziierungsabkommens, von dem der politische Teil schon unterzeichnet wurde, gewährt die EU ukrainischen Firmen zudem Handelserleichterungen durch die Kappung von Importzöllen. Daneben wurden vier Personen zu der Sanktionsliste hinzugefügt, die von der EU im Zusammenhang mit den Unruhen rund um den Unabhängigkeitsplatz Maidan in Kiew erstellt worden war.

(awp/reuters/me)