Die Ukraine ist bereit, Russland bis Ende Mai vier Milliarden Dollar für Gaslieferungen zu zahlen. Bedingung sei, dass der Preis auf 268,5 Dollar pro 1000 Kubikmeter Erdgas gesenkt werde, sagte der stellvertretenden Energieminister Ihor Didenko in der ukrainischen Hauptstadt. Russland verlangt dagegen 485 Dollar je 1000 Kubikmeter.

Die russische Regierung zeigte sich skeptisch, dass die Ukraine überhaupt für Gaslieferungen zahlt. Selbst zu einem fiktiven Preis von 100 Dollar je 1000 Kubikmeter sei das angesichts der wirtschaftlichen Situation des Nachbarlandes unwahrscheinlich, sagte der russische Energieminister Alexander Nowak in Moskau. Die Ukraine sei derzeit komplett zahlungsunfähig.

Didenko sagte dagegen, die Ukraine habe stets erklärt, dass der Gaskonzern Naftogaz bis Ende des Monats rund vier Milliarden Dollar zahlen werde, wenn der Preis bei 268,5 Dollar festgelegt werde. Im Mai wolle sein Land 3,4 Milliarden Kubikmeter Gas aus Russland importieren.

Langer Streit

Die ukrainische Regierung und der russische Gasmonopolist Gazprom streiten seit langem über die Begleichung von Gasrechnungen. Gazprom hat die Preise spürbar angezogen und fordert eine Vorauszahlung von 1,66 Milliarden Dollar, bevor es im Juni weiter Gas liefert. Nach Darstellung von Gazprom hat die Ukraine nur die Hälfte der Gasmenge vorrätig, mit der sie problemlos durch den nächsten Winter käme.

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Der russische Ministerpräsident Dmitri Medwedew forderte auf einer Energiekonferenz in Moskau, Fragen der Energie und der Politik müssten getrennt werden. Alle Verbraucher von russischem Gas sollten die schlichte Regel befolgen, dass für Lieferungen gezahlt werden müsse. Das gelte auch für die Ukraine.

(reuters/chb)