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Schwarzgeld
Ukrainische Ermittler zielen auf Trump-Manager

Politikberater Paul Manafort steht im Fokus ukrainischer Ermittler. Der Trump-Gehilfe soll Millionensummen vom Ex-Präsidenten Janukowitsch erhalten haben. Das ist problematisch für Trumps Wahlkampf.

Veröffentlicht am 16.08.2016

Der Wahlkampfmanager des US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump ist in den Verdacht geraten, Schwarzgelder von einer prorussischen Partei in der Ukraine erhalten zu haben. Der Politikberater Paul Manafort, der vormals für den ukrainischen Ex-Präsidenten Viktor Janukowitsch gearbeitet hatte, werde in einem Geheimdokument als Empfänger von Millionensummen genannt, berichtete am Montag die «New York Times» unter Berufung auf ukrainische Anti-Korruptions-Ermittler.

Manafort, der im März von dem Republikaner Trump als Wahlkampfmanager angeheuert worden war, hatte mehrere Jahre lang für Janukowitsch, einen Verbündeten des russischen Staatschefs Wladmir Putin, gearbeitet. Dies war auch schon bislang bekannt. Janukowitsch wurde im Februar 2014 gestürzt und flüchtete nach Russland.

12,7 Millionen Dollar erhalten

In einem handgeschriebenen Register von Janukowitschs Partei der Regionen tauche der Name Manaforts insgesamt 22 Mal auf, zitierte die «New York Times» ein Statement der ukrainischen Anti-Korruptions-Ermittler. Das Dokument weist ihn demnach als Empfänger von insgesamt 12,7 Millionen Dollar im Zeitraum von 2007 bis 2012 aus.

Die in dem Dokument festgehaltenen Zahlungen seien nach Angaben der Ermittler illegal gewesen, berichtete die US-Zeitung. Allerdings sei noch nicht nachgewiesen, dass Manafort die Gelder tatsächlich erhalten habe. Der US-Berater müsse jedoch gewusst haben, dass er es mit Korruptionsvorgängen zu tun habe, sagte ein früher hochrangiger Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft in Kiew, Witali Kasko, der «New York Times». Manafort habe «verstanden, was in der Ukraine los war».

Neues Licht auf Trump-Äusserungen

Manaforts Anwalt Richard Hibey bestritt, dass sein Mandant die genannten Zahlungen erhalten habe. Es handle sich um blosse Verdächtigungen, die zudem «wahrscheinlich politisch schwer gefärbt» seien, sagte er der «New York Times». Der Zeitungsbericht ist gleichwohl insofern besonders heikel für Manafort und Trump, als der rechtspopulistische Immobilienmagnat sich im Wahlkampf immer wieder positiv über Putin geäussert hat.

Trump hat die Führungsqualitäten des russischen Präsidenten gepriesen und sich auch verständnisvoll über dessen Ukraine-Politik geäussert. So deutete Trump an, dass er als Präsident möglicherweise die russische Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim anerkennen würde.

Hackerangriffe gegen Demokraten

Zudem besteht der Verdacht, dass Hackerangriffe auf die Parteizentrale der US-Demokraten von Russland ausgehen. Trump hatte sogar die russischen Geheimdienste zur Cyberattacke auf seine demokratische Rivalin Hillary Clinton aufgefordert, was einen Sturm der Entrüstung auslöste. Im Nachhinein sagt er jedoch, diese Aufforderung sei sarkastisch gemeint gewesen.

(sda/gku/ama)

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