Ukrainische Regierungstruppen haben die östliche Rebellenhochburg Donezk am Sonntagmorgen unter heftigen Artilleriebeschuss genommen. Eine AFP-Reporterin hörte vom Stadtzentrum aus mehr als 20 Explosionen.

Nach Angaben des Bürgermeisteramtes wurde ein Privathaus von einem Geschoss zerstört, auch ein Spital wurde demnach schwer beschädigt. In der Nähe sei eine Frau verletzt worden.

Angriffe gegen Aufständische

Die Streitkräfte teilten am Sonntag mit, sie hätten ihre Offensive fortgesetzt, um die prorussischen Separatisten in die Enge zu treiben. Die Angriffe seien auf Stützpunkte der Aufständischen gerichtet gewesen.

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Ein Rebellensprecher hatte am Samstag einen Waffenstillstand angeboten. «Wir sind zu einem Waffenstillstand bereit, um die zunehmende humanitäre Katastrophe abzuwenden», erklärte der Regierungschef der selbsterklärten Volksrepublik Donezk, Alexander Sacharschenko. Die Millionenstadt sei von den Streitkräften «eingekesselt» worden und drohe, ein neues «Stalingrad» zu werden.

Erbitterte Kämpfe gab es auch um die strategisch wichtige Stadt Krasny Lutsch. Der Sicherheitsrat in Kiew widersprach Berichten, wonach der Ort bereits in den Händen der Armee sei. «Die Kämpfe dauern unvermindert an», sagte Sprecher Andrej Lyssenko am Sonntag.

Die prorussischen Kräfte berichteten von Gebietsgewinnen in den Vororten. Krasny Lutsch liegt zwischen den Separatistenhochburgen Donezk und Lugansk. Wer die Stadt beherrscht, kontrolliert auch eine wichtige Strasse zur russischen Grenze.

(sda/chb)