Fast jeder vierte Wähler in Deutschland kann sich einer Umfrage zufolge offenbar vorstellen, bei der Bundestagswahl die Anti-Euro-Partei Alternative für Deutschland (AfD) zu wählen. 59 Prozent schlossen dies aus, wie aus einer Erhebung von Infratest dimap für die «Welt am Sonntag» hervorgeht. Bereits im März hatten Umfragen von Forsa und TNS Emnid ähnliche Werte ergeben. Auffallend ist aber, dass die Partei bei der Sonntagsfrage nach dem eigentlichen Wahlverhalten in den vergangenen Wochen kaum Zuwächse erzielen konnte. 

Anders als vermutet, könnte die AfD offenbar nicht nur zulasten von Union und FDP punkten. Denn in der Infratest-Umfrage können sich 29 Prozent der Linkspartei- und 21 Prozent der SPD-Wähler vorstellen, die AfD zu wählen. Bei den Unionsanhängern waren es nur 19 Prozent, bei den Grünen sogar nur 14 Prozent. Am grössten ist das Potenzial unter den sonstigen Parteien, zu denen Infratest auch die FDP zählt: Hier können sich 46 Prozent der Befragten vorstellen, für die AfD zu stimmen.

Die massgeblich von Wirtschaftsprofessoren gegründete Partei kann vor allem bei Wählern mit niedrigem Bildungsniveau und in Ostdeutschland punkten: Sympathien hat sie bei nur 10 Prozent der Befragten mit Abitur, aber bei 33 Prozent mit Hauptschulabschluss. Bereits in den vergangenen Wochen hatten Politiker von Union, SPD, Grünen und FDP vor der AfD gewarnt, die einen Ausstieg aus dem Euro fordert.

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(tno/rtr)