Die syrische Opposition beschuldigt die Staatsführung, bei Angriffen in der Nähe von Damaskus mehr als 650 Menschen mit Chemiewaffen getötet zu haben. Die Angriffe sollen sich in der Region Ghuta ereignet haben. Die Regierung streitet den Einsatz von C-Waffen ab.

650 Tote nach Attacke mit Chemiewaffen

Mehr als 650 Tote seien das Ergebnis einer tödlichen Attacke mit Chemiewaffen in Syrien, hiess es in einer Meldung der Nationalen Koalition, der wichtigsten syrischen Oppositionsgruppe, im Kurznachrichtendienst Twitter. Zuvor hatten bereits mehrere Oppositionsgruppen von einem Giftgaseinsatz der Regierungsarmee in der Region Ghuta berichtet.

Eine Oppositionsgruppe, der allgemeine syrische Revolutionsausschuss, veröffentlichte Videos auf YouTube, die den Giftgaseinsatz belegen sollten. In einer Aufnahme waren Kinder zu sehen, die in einem Krankenhaus behandelt wurden. Andere Bilder zeigten Dutzende Leichen. Die Angaben der verschiedenen Organisationen konnten nicht unmittelbar überprüft werden.

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Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates

Der syrische Oppositionschef Ahmad Dscharba verlangte im Satellitensender Al-Arabija eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates wegen des «Massakers» nahe der Hauptstadt. Der britische Aussenminister William Hague erklärte, sein Land werde die Vorwürfe vor dem Sicherheitsrat erörtern. Er sei «zutiefst beunruhigt» über die Berichte, teilte Hague mit.

Derzeit sind Uno-Experten in Syrien tätig, die frühere Berichte über Chemiewaffeneinsätze in dem Bürgerkriegsland prüfen sollen. Ebenso wie Oppositionschef Dscharba forderte der Chef der Arabischen Liga, Nabil al-Arabi, die Experten in einer Mitteilung auf, sich «sofort» nach Ghuta zu begeben und die Vorwürfe zu prüfen. Auch der schwedische Aussenminister Carl Bildt verlangte auf Twitter, die UN-Inspektoren müssten dringend Zugang zu der Region erhalten.

(tke/vst/sda)