Die Reaktionen auf die von der Unileitung präsentierte Lösung sind unterschiedlich ausgefallen. Flurin Condrau zeigte sich erfreut. Christoph Mörgeli liess sich am Rande der Medienkonferenz ein «Ich sage nichts» entlocken. Parteikollege Alfred Heer hingegen störte sich daran, dass Condrau, «der Urheber des ganzen Schlamassels», an der Uni bleibt.

Die Unileitung betonte vor den Medien, dass es sich bei der Umorganisation nicht um eine Degradierung Condraus handle. Es sei auch nicht eine Lösung ad personam, sagte Rektor Michael Hengartner. Wichtig sei, dass Condrau, «ein hervorragender Wissenschafter», die Medizingeschichte an der Uni Zürich stärken könne.

Gemäss Hengartner kommen solche strukturellen Veränderungen bei vielen Instituten jedes Jahr vor. «Wir könnten jede Woche eine Medienkonferenz zu solchen Umorganisationen machen.» Das öffentliche Interesse daran schätzt er in der Regel jedoch als klein ein.

Parteipräsident als Journalist

Alfred Heer, Nationalrat und Kantonalpräsident der Zürcher SVP, stellte sich an der Medienkonferenz als Vertreter des SVP-Parteiorgans «Zürcher Bote» vor. Seiner Ansicht nach steht es der Universität nicht gut an, Condrau weiter zu beschäftigen. Dieser sei für den Niedergang des Medizinischen Institut und Museums sowie die personellen Turbulenzen verantwortlich.

Des Weiteren ist es für Heer unverständlich, dass das Medizinhistorische Museum, das bei den Leuten sei und sich an bester Lage befinde, nun geschlossen bleibe. Das koste den Steuerzahler viel Geld, ebenso die Neupositionierung.

(sda/dbe/sim)