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UNO bekämpft sexuellen Missbrauch durch Blauhelme

Friedenstruppen im Südsudan: Blauhelme sorgen immer wieder für Skandale. Keystone

Der neue UNO-Generalsekretär will rigoros gegen sexuellen Missbrauch bei Blauhelmen vorgehen. Die UNO-Soldaten sorgten in den letzten Jahren für mehrere Skandale wegen ihrem Verhalten.

Veröffentlicht am 07.01.2017

Der neue UNO-Generalsekretär António Guterres hat dem sexuellen Missbrauch bei Blauhelmsoldaten den Kampf angesagt. Er ernannte eine aus neun Mitgliedern bestehende Arbeitsgruppe, die eine neue Strategie verfolgen soll, wie sein Sprecher am Freitag mitteilte.

Geplant seien «neue mutige Wege» im Kampf gegen den Missbrauch, sagte er. «Dabei könnte einiges Porzellan zerschlagen werden», fügte er hinzu.

Auch Franzosen unter Verdacht

Besonders aus der Zentralafrikanischen Republik tauchen seit 2015 immer wieder Missbrauchsvorwürfe gegen UNO-Soldaten auf. Unter Verdacht wegen Vergewaltigung oder versuchter Vergewaltigung gerieten neben Soldaten aus afrikanischen Ländern auch französische Militärangehörige.

Mehr als hundert Frauen und Mädchen gaben laut UNO an, von ausländischen Soldaten sexuell missbraucht worden zu sein. Ähnliche Missbrauchsvorwürfe gibt es unter anderem auch aus der Demokratischen Republik Kongo.

100'000 Blauhelme im Einsatz

Frankreich hatte in seiner ehemaligen Kolonie Zentralafrika im Dezember 2013 angesichts der tödlichen Gewalt zwischen christlichen und muslimischen Milizen den Militäreinsatz Sangaris gestartet. Seit September 2014 sind in Zentralafrika zudem Blauhelmsoldaten der UNO-Truppe Minusca im Einsatz. Weltweit sind rund 100'000 UNO-Blauhelmsoldaten und -Polizisten aktiv.

Der Portugiese Guterres hatte das Amt des UNO-Generalsekretärs zum Jahreswechsel vom Südkoreaner Ban Ki Moon übernommen.

(sda/gku)

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