Nach den neuen Kämpfen in der ostukrainischen Stadt Debalzewe hat der UN-Sicherheitsrat die sofortige Einhaltung der vergangene Woche vereinbarten Waffenruhe gefordert. Der Rat nannte am Dienstag ausdrücklich den strategisch wichtigen Ort, den die prorussischen Rebellen nach eigenen Angaben zu 80 Prozent eingenommen haben. In einer Resolution wurden alle Beteiligten in dem Konflikt aufgefordert, das Abkommen umzusetzen.

Der Resolutionsentwurf war von Russland eingebracht worden, das zu den Ständigen Mitgliedern des Rates gehört. Die Regierung in Moskau wird vom Westen beschuldigt, die Rebellen zu unterstützen. Sie hat dies zurückgewiesen.

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Putin: Kämpfe waren zu erwarten

Präsident Wladimir Putin erklärte am Dienstagabend bei einem Besuch in Budapest, die Kämpfe bei Debalzewe seien zu erwarten gewesen. Allerdings sei die Gewalt insgesamt seit der Einigung auf eine Waffenruhe deutlich zurückgegangen. Er hoffe, dass die Rebellen die eingeschlossenen Regierungstruppen abziehen liessen, erklärte Putin weiter.

Debalzewe ist ein wichtiger Eisenbahnknoten. Dort sollen sich bis zu 7000 ukrainische Soldaten befinden, die von den Separatisten eingekesselt werden könnten.

Poroschenko: Angriff auf den Waffenstillstand

Putins ukrainischer Kollege Petro Poroschenko nannte den Vorstoss der Rebellen in Debalzewe dagegen einen «zynischen Angriff» auf den Waffenstillstand. Er habe sich in einem Telefongespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel dafür ausgesprochen, dass der UN-Sicherheitsrat weitere Verstösse gegen das Abkommen verhindere, hiess es in einer Erklärung am Abend.

(reuters/ise)