Mehr als 120 Staats- und Regierungschefs haben bei einem Gipfel der Vereinten Nationen mehr Engagement im Kampf für den Klimaschutz versprochen. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon sprach am Dienstag (Ortszeit) in seinen Schlussbemerkungen in New York von einem «historischen Tag».

Er habe von den anwesenden Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft mutige Ankündigungen eingefordert. «Der Gipfel hat sie geliefert», sagte Ban.

USA und China als Vorreiter?

US-Präsident Barack Obama kündigte an, gemeinsam mit China eine Vorreiterrolle beim Klimaschutz übernehmen zu wollen. Die beiden Staaten hätten eine besondere Verantwortung. Der chinesische Vizepremier Zhang Gaoli versprach «noch grössere Anstrengungen». Die USA und China sind die beiden Länder mit dem höchsten Ausstoss des klimaschädlichen Treibhausgases Kohlendioxid.

Abgesandte aus allen Teilen der Welt hatten zuvor konkrete Schritte gefordert, um die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. Eindeutige Versprechen machten allerdings die wenigsten Redner.

«Nur viele Worte»

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace zeigte sich dann auch enttäuscht von den Politiker-Ankündigungen. «Was die Zivilgesellschaft hier angestossen hat, ist beeindruckend. Dafür kamen von der Politik nur viele Worte, ohne wirklich neues», sagte Martin Kaiser, Leiter der internationalen Klimapolitik bei der Umweltschutzorganisation, der Nachrichtenagentur dpa. «Es sieht so aus, als ob die Politik der Zivilgesellschaft hinterherläuft.»

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Auch die Hilfsorganisation Oxfam kritisierte, der New Yorker Klimagipfel habe nur «eine teilweise und zögerliche Antwort» auf die drängenden Umweltprobleme gegeben. Zwar gebe es inzwischen erste Finanzierungszusagen, diese liefen aber eher «tröpfchenweise» ein.

Die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch zog hingegen ein positives Fazit. «Dieser Gipfel hat die Weichen gestellt: Ein neues Klimaabkommen im Dezember 2015 in Paris ist nun sehr wahrscheinlich», erklärte der politische Geschäftsführer der Organisation, Christoph Bals. Besonders wichtig sei, dass die USA und China nicht nur die Erfüllung der 2009 in Kopenhagen angekündigten Klimaziele zugesagt hätten, sondern auch auf ein neues Abkommen drängten.

Fehlendes Geld

Die UNO bezifferte die Finanzierungslücke in ihrem Fonds gegen den Klimawandel auf 7,7 Milliarden Dollar. Bislang seien erst 2,3 Milliarden Dollar von den Mitgliedstaaten zugesagt worden, davon jeweils eine Milliarde von Deutschland und Frankreich, sagte UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon am Dienstagabend.

Der sogenannte Green Climate Fund soll armen Ländern helfen, die am stärksten von steigenden Temperaturen und Umweltkatastrophen betroffen sind. Bis zum Jahresende soll der Fonds sein Zielvolumen von zehn Milliarden Dollar erreicht haben. Die Empfängerstaaten sollen mit dem Geld auch dabei unterstützt werden, ihre Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren.

(gku/sda)