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Konflikt
Uno: Ruanda trainiert burundische Rebellen

Uno: Ruanda trainiert burundische Rebellen
Ruanda: Das Land steht im Verdacht, burunidsche Soldaten auszubilden. Keystone

Ruanda bildet einem Bericht der Vereinten Nationen zufolge burundische Rebellenkämpfer aus. Ruandas Präsident findet die Vorwürfe «kindisch».

Ruanda bildet einem Bericht der Vereinten Nationen zufolge burundische Rebellenkämpfer aus, um Burundis Präsidenten Pierre Nkurunziza zu stürzen. UNO-Experten präsentierten am Donnerstag dem Uno-Sicherheitsrat einen im Auftrag der Demokratischen Republik Kongo erstellten vertraulichen Bericht, der in Kopie der Nachrichtenagentur AFP vorlag.

Die Experten zitierten darin 18 burundische Flüchtlinge, die angaben, von Ruanda rekrutiert und ausgebildet worden zu sein. «Sie berichteten, ihr endgültiges Ziel sei der Sturz von Burundis Präsident Nkurunziza», hiess es im Bericht.

Militärische Taktik, Pflege von Gewehren

Demnach gaben die Flüchtlinge an, im Mai und Juni 2015 im Flüchtlingslager Mahama im Osten Ruandas rekrutiert worden zu sein. Anschliessend hätten sie eine zweimonatige militärische Ausbildung in Ruanda erhalten. Unter ihren Ausbildern seien auch ruandische Soldaten gewesen.

«Ihr Training beinhaltete militärische Taktik, die Pflege und den Einsatz von Sturmgewehren und Maschinengewehren sowie Ideologie- und Moral-Klassen», hiess es. Einige seien auch im Gebrauch schwerer Waffen ausgebildet worden. Unter den 18 rekrutierten Flüchtlingen waren demnach auch sechs Minderjährige.

Sie gaben an, dass in dem Lager vier Kompanien von jeweils hundert Kämpfern ausgebildet worden seien. Demnach wurden sie in Ruanda in Militärlastwagen transportiert und von Soldaten eskortiert.

Ruanda will nichts davon wissen

Nkurunziza wirft Ruanda seit längerem vor, burundische Rebellen zu unterstützen. Die ruandische Regierung wies derartige Vorwürfe in der Vergangenheit immer wieder zurück. «Ich habe nicht den geringsten Beweis dafür gesehen», sagte Präsident Paul Kagame im Dezember und nannte die Vorwürfe «kindisch».

Burundi ist in Aufruhr, seitdem Nkurunziza im April ankündigte, für ein drittes Mandat anzutreten. Die Opposition bezeichnete dies als verfassungswidrig, doch wurde der Präsident im Juli im Amt bestätigt.

Bei Protesten und bewaffneten Auseinandersetzungen wurden mehr als 400 Menschen getötet, mindestens 230'000 flohen ins Ausland. Die Gewalt lässt einen Rückfall des Landes in den blutigen Bürgerkrieg fürchten, der zwischen 1993 und 2006 das Land zerriss.

(sda/chb)

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