1. Home
  2. Politik
  3. Uno verlangt Waffenruhe in Gaza

Militäraktion
Uno verlangt Waffenruhe in Gaza

Rauch über Gaza-Stadt: Die Uno fordert ein Ende der Kämpfe.  Keystone

Der Uno-Sicherheitsrat fordert von den beteiligten Parteien eine Waffenruhe im Gazastreifen. Der Konflikt eskaliert: Alleine am Sonntag wurden bei heftigen Kämpfen rund 100 Zivilisten getötet.

Veröffentlicht am 21.07.2014

Die Kämpfe im Gazastreifen halten an, die Zahl der Toten ist auf über 500 gestiegen. Angesichts dieser Gewalteskalation hat der Uno-Sicherheitsrat Israelis und Palästinenser erneut zu einer Waffenruhe aufgerufen.

«Die Mitglieder des Sicherheitsrats fordern eine sofortige Einstellung der Kampfhandlungen», sagte Ruandas Uno-Botschafter Eugene Richard Gasana, dessen Land derzeit die Präsidentschaft des Gremiums innehat, nach einer Dringlichkeitssitzung am Sonntagabend (Ortszeit). Der Rat sei tief besorgt über die wachsende Zahl der Todesopfer, fügte er hinzu.

USA verlangt Feuerpause

«Wir rufen alle Seiten auf, alles Notwendige zum Schutz der Zivilisten zu tun und das internationale Völkerrecht zu achten», sagte Gasana. Seine amerikanische Kollegin Samantha Power sagte, nur mit einer Feuerpause könne die Gewalt enden. Dann könne auch konkret den Menschen im Kampfgebiet geholfen werden. Power lobte wie schon vor ihr Gasana die Vermittlungen Ägyptens.

Zuvor hatte das mächtigste Uno-Gremium zwei Stunden hinter verschlossenen Türen getagt. Eilig einberufene Sondersitzungen des Uno-Sicherheitsrates kommen zwar immer wieder vor. Eine Sitzung am späten Sonntagabend ist aber ungewöhnlich.

Die 15 Mitglieder des Sicherheitsrates berieten zuletzt am vergangenen Freitag über den Gaza-Konflikt, einigten sich aber nicht auf eine gemeinsame Erklärung. Auch eine Sitzung am 10. Juli war ergebnislos verlaufen. Zwei Tage später forderte der Sicherheitsrat aber in einem einstimmigen Beschluss eine Waffenruhe.

Über 500 Tote im Gazastreifen

Unterdessen stieg die Zahl der palästinensischen Toten bei israelischen Angriffen im Gazastreifen auf mehr als 500. Seit Beginn der Offensive in dem schmalen Küstenstreifen am Mittelmeer vor knapp zwei Wochen seien 3150 Menschen verletzt worden, teilten die örtlichen Rettungskräfte mit. Unter den Opfern in dem Palästinensergebiet seien viele Frauen und Kinder.

Auf der israelischen Seite kamen bislang 18 Soldaten und zwei Zivilisten ums Leben. Rund 80 israelische Soldaten wurden nach Angaben des israelischen Rundfunks verletzt. Derart hohe Verluste hatten die israelischen Streitkräfte zuletzt 2006 im Libanon-Krieg.

Ungeachtet der zahlreichen Toten auf beiden Seiten kündigte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu eine Ausweitung der Bodenoffensive an. «Wir werden nicht aufhören, bis alle Ziele erreicht sind», sagte Netanjahu am Sonntag in Tel Aviv. Die radikalislamische Hamas sei selbst für die vielen Toten unter den Zivilisten in dem Palästinensergebiet verantwortlich. Es könnten noch «schwere Tage» bevorstehen, sagte Netanjahu.

Kerry reist nach Kairo

Israel dementierte am Sonntag, dass einer seiner Soldaten in der Gewalt der Hamas ist. «Diese Meldung ist nicht wahr. Es gibt keinen entführten israelischen Soldaten», sagte Uno-Botschafter Ron Prosor am Rande der Sitzung des Uno-Sicherheitsrates. Die Hamas hatte zuvor behauptet, ihre militanten Kassam-Brigaden hätten einen Soldaten in ihrer Gewalt und auch einen Namen und eine Dienstnummer genannt.

US-Aussenminister John Kerry reist am Montag nach Kairo, um Bemühungen um eine Feuerpause im Gaza-Konflikt zu unterstützen. Das bestätigte Aussenamtssprecherin Jen Psaki am Sonntag in Washington.

Ban fordert Zurückhaltung

Bereits zuvor hatte sich Präsident Barack Obama in einem Telefonat mit dem israelischen Ministerpräsidenten besorgt über die wachsende Zahl der Opfer im Konflikt zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas geäussert.

Auch Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte diese «entsetzliche Handlung». Er forderte Israel bei seinem Besuch in Katar auf, grösste Zurückhaltung zu üben und mehr für den Schutz der Zivilisten zu tun. Ban ist derzeit auf einer Vermittlungsreise in Nahost im Bemühen um einen dauerhaften Waffenstillstand. Nach einem Besuch in der katarischen Hauptstadt Doha wird Ban im Verlauf der Woche in Kuwait, Ägypten, Israel, im Westjordanland und in Jordanien erwartet.

(sda/gku/moh)

Anzeige