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Uno will Hunger und extreme Armut bis 2030 besiegen

Papst Franziskus vor der Uno-Vollversammlung: Armut muss besiegt werden. Keystone

Die Vollversammlung der Uno hat die Agenda 2030 mit ehrgeizigen Entwicklungs- und Klimazielen verabschiedet. Vor dem Gipfel hatte Papst Franziskus eindringlich zu schnellem Handeln aufgerufen.

Veröffentlicht am 25.09.2015

Die Staatengemeinschaft hat die Agenda 2030 verabschiedet, die der Welt neue Entwicklungsziele setzt. Die Uno-Staaten verpflichten sich mit den 17 Zielen unter anderem zur Abschaffung extremer Armut und Hunger, aber auch zu ehrgeizigen Klimaschutzzielen bis 2030. «Niemand darf zurückgelassen werden», sagte Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon am Freitag am Uno-Nachhaltigkeitsgipfel. Die Nachhaltigkeitsagenda sei «eine allumfassende, ganzheitliche und umgestaltende Vision für eine bessere Welt». Dafür müssten sich alle ändern und über nationale Grenzen hinausblicken.

Der wahre Test komme aber noch, nämlich die Umsetzung, sagte Ban weiter. Bis zum Frühjahr 2016 soll ein weltweites System von Indikatoren entstehen, die eine jährliche Überprüfung bei der Umsetzung möglich machen soll. Der neue Katalog führt die zur Jahrtausendwende beschlossenen Millenniumsziele fort. Damals hatten sich die Mitglieder der Weltgemeinschaft verpflichtet, bis 2015 Hunger und Armut drastisch zu reduzieren, was teils gelang. Die nun in mehr als zwei Jahren ausgehandelten neuen Ziele sollen vor allem den Ärmsten der Welt helfen und die Erfolge der Millenniumsziele sichern.

Ursachen der Flucht bekämpfen

Nach den Worten der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel muss die Weltgemeinschaft die Ursachen der Flucht aus ärmeren Ländern bekämpfen. «Millionen sehen sich zur Flucht gezwungen, durch Krieg und Vertreibung und auch durch mangelnde Zukunftsperspektiven und die Zerstörung ihrer Lebensgrundlage», sagte Merkel in New York.

«Es gibt dafür nur eine Lösung: Wir müssen die Ursachen von Flucht und Vertreibung bekämpfen.» Deutschland stehe zur Verpflichtung, 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Entwicklungshilfe einzusetzen. Merkel versprach, dass Deutschlands Entwicklungshilfe in den nächsten Jahren jedes Jahr «substanziell» steigen werde. Zum Auftakt des Gipfels forderte Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai den freien Zugang von Kindern in aller Welt zu Schulen. «Bildung ist ein Recht. Bildung ist Frieden», sagte die 18-jährige Pakistanerin, die im Oktober 2012 bei einem Taliban-Attentat schwer verletzt worden.

Papst Franziskus fordert Reformen

Der Verabschiedung der neuen Entwicklungsziele ging eine mahnende Rede von Papst Franziskus voraus. Dieser eröffnete als erstes Oberhaut der römisch-katholischen Kirche die Uno-Vollversammlung, an die sich dann der Nachhaltigkeitsgipfel anschloss. Der Papst rief die Staatengemeinschaft eindringlich zu schnellen ökologischen und sozialen Reformen auf. Die ökologische Krise und die Zerstörung eines grossen Teils der biologischen Vielfalt bringe die Existenz der Menschheit in Gefahr, warnte er.

Er verurteilte die «unverantwortlichen Zügellosigkeit der allein von Gewinn- und Machtstreben geleiteten Weltwirtschaft». Dies habe «unheilvolle Auswirkungen». Ein rasches Umdenken sei nötig. Die heute verbreitete «Wegwerfkultur» treffe die Ärmsten der Welt am härtesten. Franziskus begrüsste, dass die Uno neue Entwicklungsziele setzt. Er mahnte jedoch zur Eile. Die Zukunft verlange kritische und globale Entscheidungen im Hinblick auf die weltweiten Konflikte, die die Anzahl der Ausgeschlossenen und Bedürftigen erhöhten, sagte er.

Rund 160 Staats- und Regierungschefs debattieren bei dem bis Sonntag dauernden Nachhaltigkeitsgipfel am Uno-Sitz in New York über die globale Entwicklungsagenda bis zum Jahr 2030. Für die Schweiz nimmt Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga am Gipfel teil.

(sda/gku)

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