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Niederlage
«Unsere Argumente haben zu wenig gegriffen»

Cédric Wermuth: Der SP-Nationalrat gesteht die Niederlage ein. (Bild: Keystone)

Cédric Wermuth gibt sich nach der deutlichen Niederlage zur 1:12-Initiative selbstkritisch. Aufgeben will der SP-Nationalrat in Sachen Lohnobergrenze jedoch nicht.

Veröffentlicht am 24.11.2013

Die Initianten der 1:12-Initiative geben sich nach der Niederlage selbstkritisch. «Unsere Argumente haben zu wenig gegriffen, um die Panikkampagne der gegnerischen Seite zu entschärfen», sagte SP-Nationalrat Cédric Wermuth zur sda.

Juso-Präsident David Roth sagte im Schweizer Fernsehen SRF, es sei nicht gelungen, das Volk davon zu überzeugen, dass die Abzockerei in den Chefetagen der Unternehmen ein Ende haben müsse.

Kein Signal für Mindestlohn-Initiative

Trotz dieser Niederlage geht der Kampf für Lohngerechtigkeit laut Wermuth weiter: «Wir prüfen zurzeit, wie wir künftig gegen die Lohnexzesse vorgehen werden.» Konkrete Details wollte er nicht nennen. Keine Signalwirkung habe das heutige Ergebnis auf die Mindestlohninitiative, die im nächsten Jahr an die Urne gelangt. «Ich habe niemanden getroffen, der einen Lohn von unter 4000 Franken befürwortet.»

In den Augen von Juso-Präsident Roth haben die Befürworter einen engagierten Abstimmungskampf geführt. Die Gegner hätten mit Angstmacherei dagegen gehalten. Die Zustimmung von nur rund einem Drittel der Bevölkerung zur Initiative tue weh. Langfristig aber habe ein Wirtschaftssystem, das auf Finanzspekulation beruhe, keine Zukunft.

Arbeitgeber sind zufrieden

Die Gegner der 1:12-Initiative werten die Niederlage derweil als wichtigen Entscheid für den Wirtschaftsstandort Schweiz. Das Volk wolle nicht, dass der Staat bei den Löhnen mitrede, sagte Valentin Vogt, Präsident des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes, im Schweizer Fernsehen. 

Im Hinblick auf die kommenden Abstimmungen - namentlich zum Mindestlohn - sei er nun optimistisch, dass auch diese verworfen würden. Vogt wehrte sich gegen die Aussage der Jungsozialisten, die Gegner der Vorlage hätten Angstmacherei betrieben. «Wir haben eine sachliche und unaufgeregte Kampagne geführt», sagte Vogt.

(sda/muv)

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