Die Spannungen zwischen den USA und Venezuela haben sich nach kritischen Äusserungen der designierten US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen verschärft. Venezuela beende den im Juni begonnenen Prozess einer Normalisierung der diplomatischen Beziehungen, teilte das venezolanische Aussenministerium am gestern Abend mit.

Die für das Amt der UNO-Botschafterin nominierte Samantha Power hatte am Mittwoch im US-Senat angekündigt, sie werde sich im Falle einer Ernennung gegen «repressive Regime» einsetzen und gegen die Unterdrückung der Zivilgesellschaft in Ländern wie Venezuela, Kuba, dem Iran und Russland vorgehen.

Schon seit 2010 ohne Botschafter

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Venezuelas Präsident Nicolás Maduro reagierte empört auf Powers Äusserungen und verlangte eine «sofortige Richtigstellung» von Washington. Das US-Aussenministerium stellte sich jedoch hinter Power.

Washington und Caracas haben seit 2010 keine Botschafter mehr in das jeweils andere Land geschickt, obwohl Venezuela täglich 900'000 Barrel Öl in die USA exportiert. US-Aussenminister John Kerry und sein venezolanischer Amtskollege Elías Jaua hatten im Juni baldige Gespräche über einen möglichen Austausch der Botschafter vereinbart.

US-Präsident Barack Obama hat den knappen Wahlsieg Maduros im April bislang nicht anerkannt. Maduro war von dem im März verstorbenen linksgerichteten Präsidenten Hugo Chávez als Nachfolger aufgebaut worden. Dieser hatte sich während seiner 14-jährigen Amtszeit mit US-Gegnern wie dem Iran und Syrien verbündet und die USA regelmässig des Imperialismus bezichtigt.

(jev/sda)