US-Finanzminister Timothy Geithner hat das europäische Krisenmanagement als zu einseitig kritisiert . «Wer glaubt, mit Sparmassnahmen alleine erfolgreich sein zu können, liegt in der Regel falsch», sagte Geithner am Freitag auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Solange nicht stärker darauf gesetzt werde, das Wachstum zu stimulieren, seien die Probleme nicht zu lösen.

Geithner betonte jedoch, dass zuletzt Fortschritte in Europa gemacht worden seien. Mit den neuen Regierungen in Italien, Spanien und Griechenland sei man ein Stück weit vorangekommen. Auch die Schritte in Richtung einer Fiskalunion bewertete der US-Finanzminister als positiv. In den USA gilt die europäische Schuldenkrise derzeit als grösstes Risiko für die eigene Wirtschaft.

USA reicht IWF die Hand

Was die von IWF-Chefin Christine Lagarde geforderte Aufstockung der Mittel des Währungsfonds angeht, zeigte sich Geithner etwas offener als bislang. Allerdings sieht der US-Finanzminister zunächst die Länder Europas in der Pflicht. Erst wenn diese sich entschliessen würden, eine «stärkere Brandschutzmauer» zu errichten, komme für die USA in Frage, sich an der Erhöhung zu beteiligen. Bislang sei das europäische Engagement in dieser Hinsicht jedoch «unvollendetes Stückwerk».

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Lagarde hatte in der vergangenen Woche dafür plädiert, den IWF vor dem Hintergrund der europäischen Schuldenkrise massiv aufzurüsten. Sie fordert 500 Milliarden US-Dollar an zusätzlichen Mitteln. Die USA sind der grösste Geldgeber des Währungsfonds und deshalb massgeblich für das Zustandekommen des Lagarde-Plans.

(muv/awp)