US-Finanzminister Timothy Geithner besteht laut Medienberichten auf ein baldiges Ausscheiden aus dem Kabinett von Präsident Barack Obama - trotz der bevorstehenden schwierigen Verhandlungen über eine Erhöhung des Schuldenlimits.

Wie die Finanzagentur Bloomberg unter Berufung auf namentlich nicht genannte Quellen berichtete, beharrt der 51-jährige Geithner darauf, sein Amt noch Ende Januar aufzugeben. Als Nachfolger wird der Stabschef im Weissen Haus, Jack Lew, gehandelt. Doch der hat weniger Erfahrung in Sachen Finanzmärkte.

Obama, der offiziell am 20. Januar seine zweite Amtszeit beginnt, stehe unter erheblichen Druck, schnell einen Nachfolger zu präsentieren, hiess es. Die Verhandlungen mit den Republikanern wegen der Anhebung der Schuldenobergrenze dürften bereits im Februar beginnen. Falls Obama sich für Lew entscheiden sollte, werde er ihm vermutlich einen erfahren Wall-Street-Mann zur Seite stellen, schreibt Bloomberg.

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Geithner zählt zu einer der engsten finanzpolitischen Vertrauten Obamas. Er hat zwar seit längerem den Wunsch nach einem baldigen Ausscheiden geäussert. Doch der genaue Zeitpunkt seines Rückzugs aus der Regierungsmannschaft war bisher klar.

Nächstes Problem: Schuldenobergrenze

Bereits 2011 hatte Geithner die harten Verhandlungen über die Erhöhung der Schuldengrenze mit den oppositionellen Republikanern geführt. Er war auch beim jüngsten Ringen mit den Republikanern über höhere Steuern für Reiche beteiligt.

Geithner hatte erst vor wenigen Tagen gewarnt, dass die Schuldenobergrenze von derzeit 16,4 Billionen Dollar bereits erreicht sei. Er könne aber mit Haushaltsumschichtungen erreichen, dass das Land noch etwa zwei Monate lang zahlungsfähig bleibe.

Die Republikaner haben bereits einen harten Kampf angekündigt: Sie würden einer Erhöhung nur dann zustimmen, wenn Obama auch zu echten Einschnitten im Etat bereit sei. Die USA müssten endlich von ihren Schulden herunterkommen.

(tno/tke/awp)