Namhafte US-Unternehmenschefs machen erstmals offen Druck auf Washington, sich rasch auf einen Sparplan zu einigen und damit einen neuen Absturz in die Rezession zu verhindern. Laut einem Bericht der «New York Times» starten Top-Manager in dieser Woche gleich zwei Anzeigenkampagnen, in denen der Kongress zu schnellem Handeln aufgefordert wird.

Kommt es bis zum Jahresende nicht zu einer Einigung über einen langfristiges Sparprogramm oder zumindest eine Übergangslösung, droht die sogenannte «Fiskalklippe» - eine Kombination aus automatischen drastischen Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen von mehr als 600 Milliarden Dollar. Experten warnen, dass das 2013 die Wirtschaft abwürgen und die ohnehin immer noch hohe Arbeitslosigkeit weiter nach oben treiben würde.

Mächtige Lobbyistengruppe in Washington

Der Zeitung zufolge will eine neue Gruppe mit Unternehmenschefs unter dem Namen «Campaign to Fix the Debt» (etwa Kampagne zum Abbau des Defizits) rund 1 Million Dollar für Werbespots ausgeben. Zu den Unterstützern gehörten Jeffrey Immelt von General Electric und David Cote von Honeywell. Beide spielten auch in einer zweiten Werbekampagne des sogenannten Business Roundtable eine prominente Rolle. Der «Runde Tisch» repräsentiert führende Unternehmen und gehört zu den mächtigsten Lobbyistengruppen in Washington.

Der «New York Times» zufolge versuchen die Firmenbosse nach aussen hin, sich aus dem politischen Tauziehen um den Sparplan herauszuhalten, indem sie in ihrer Kampagne nicht in Einzelheiten gehen. Hinter den Kulissen machten sie sich aber für eine Senkung der Unternehmenssteuer stark, die nach ihrer Vorstellung durch das Schliessen von Steuerschlupflöchern finanziert werden könnte. Kritiker sagen, dass das nicht genügend Steuereinkünfte sichern und am Ende dazu führen würde, dass ein Teil der Lasten kleineren Betrieben und der Mittelschicht zugeschoben werde.

(tno/vst/awp)

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