Der Chef der Geldmarkt und Finanzabteilung des Internationalen Währungsfonds (IWF), Josè Vinals, hat die USA eindringlich vor einem Scheitern im Haushaltsstreit gewarnt. «Fallen die USA von der Fiskalklippe, hätte dies dramatische Konsequenzen. Für die USA, für die Weltwirtschaft und für die Finanzmärkte, wo die Nervosität wieder deutlich zunehmen dürfte», sagte der IWF-Experte in einem Interview mit der Tageszeitung «Die Welt».

Die Finanzmärkte hätten ein Scheitern der Verhandlungen bislang nicht in ihren Anlageentscheidungen berücksichtigt. «Umso wichtiger ist es, dass die Politik die Märkte nicht enttäuscht», sagte Vinals.

Vinals zeigte sich aber auch besorgt über die Finanzstabilität in Europa. Zwar hätten sich die Finanzmärkte dank der Interventionen der Europäischen Zentralbank (EZB) und der beabsichtigten Einrichtung einer Banken-Union beruhigt. Doch sei dies keine Garantie, dass die Ruhe anhalte.

«Jetzt kommt es darauf an, die Beschlüsse glaubwürdig umzusetzen. Sonst kommt es schnell wieder zu Unruhe», so Vinals. Der Finanzexperte forderte Europa zudem auf, die Banken-Union zu vervollständigen. «Teil der Banken-Union sollte weiterhin ein europaweiter Mechanismus für einen Einlagensicherungsfonds und für die Abwicklung kriselnder Banken sein.»

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(vst/awp)