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US-Haushaltsstreit: Ökonom fürchtet dramatische Folgen

US-Capitol in Washington. Der Budgetstreit in den USA wird auch die Euro-Krise beeinflussen. (Bild: Keystone)

Im US-Budgetstreit bleiben die Fronten verhärtet: Der Schweizer Ökonom Thomas Straubhaar fürchtet daher «dramatische Konsequenzen für die Finanzmärkte». Auch die Euro-Krise droht wieder zu eskalieren.

Veröffentlicht am 07.10.2013

Der US-Haushaltsstreit könnte sich nach Ansicht des Ökonomen Thomas Straubhaar verheerend auf die globale Konjunktur auswirken und die Euro-Krise wieder anheizen. Der Chef des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) sagte der Zeitung «Die Welt» zufolge, er erwarte, dass US-Präsident Barack Obama die Schuldenobergrenze brechen müsse, weil es keine Einigung zwischen Demokraten und Republikanern geben werde. «Dies wird dramatische Konsequenzen für die Finanzmärkte haben. In den USA wird es zu Nachfrageausfällen kommen, die sich dann auf die gesamte Weltwirtschaft übertragen», führte Straubhaar aus.

Weltwirtschaft betroffen

Im Sog steigender Zinsen für US-Schuldpapiere müssten auch Euro-Krisenländer Investoren mehr für die Aufnahme neuer Schulden bieten, wird er zitiert. «Alle Sparanstrengungen in Südeuropa würden konterkariert. Es bestünde die grosse Gefahr, dass die Euro-Krise zurückkehrt.» Eine Mehrheit deutscher Top-Ökonomen rechnet dem Blatt zufolge dagegen kurzfristig nicht mit Belastungen aus dem US-Haushaltsstreit für die globale Konjunktur. «Ich erwarte, dass der Haushaltsstreit in den USA weder lang andauern noch die Zinsen der US-Staatsanleihen nachhaltig beeinflussen wird», sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher.

Konjunktur belastet

Der Konflikt werde die US-Wirtschaft allenfalls «sehr leicht schwächen». Auch der Chef des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Clemens Fuest, äusserte sich zuversichtlich, «dass es im US-Haushaltsstreit zu einer Einigung kommt, bevor es grössere Auswirkungen auf die Finanzmärkte gibt».

Demokraten und Republikaner schienen am Wochenende weit von einem Kompromiss entfernt. Der republikanische Präsident des Repräsentantenhauses, John Boehner, sagte am Sonntag, eine Anhebung der Schuldenobergrenze komme nicht infrage ohne eine «ernsthaftes Gespräch» über die Gründe für die steigenden Schulden. Die Demokraten nannten es unverantwortlich, dass der politische Gegner die Zahlungsunfähigkeit der Regierung in Kauf nehme.

(reuters/tke/vst)

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