Erneut ist in den USA formell Anklage gegen zwei Schweizer wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung erhoben worden. Dies teilte der New Yorker Staatsanwalt Preet Bharara in einem Communiqué mit.

Die beiden Schweizer sollen unter anderem US-Steuerzahlern geholfen haben, Millionen von Dollars vor den US-Steuerbehörden zu verstecken. Sie hätten Konten für US-Kunden eröffnet und verwaltet, die von anderen Schweizer Banken informiert worden seien, dass ihre Konten geschlossen werden müssten.

938 Millionen Dollar oder 44 Prozent der Anlagevermögen der betroffenen Privatbank seien im September 2012 von US-Bürgern gehalten worden. Die Zahl der Kunden der Privatbank sei nach den Vergleichen der UBS und der Bank Wegelin mit den US-Steuerbehörden um 300 Prozent angewachsen, hiess es weiter. 

In der Anklageschrift werden die Angeklagten, Leiter Private Banking der Bank Fey Stefan Buck und Edgar H. Paltzer, Partner bei der Anwaltskanzlei Niederer Kraft und Frey genannt (siehe Downloads). Die beiden lebten in der Schweiz und seien nicht verhaftet worden, hiess es. Ihnen droht eine maximale Haftstrafe von fünf Jahren.

Die Wegelin-Connection

Der angeklagte Anwalt habe die US- und die Schweizerische Staatsbürgerschaft und verfüge über ein US-Anwaltspatent. Die Zürcher Anwaltskanzlei «Niederer Kraft & Frey» führt ihn auf ihrer Webseite als Partner auf und erklärte heute, Paltzer würde die Kanzlei verlassen. Der angeklagte Banker wird auf der Homepage der Zürcher Privatbank Frey (Motto: «Building Wealth for Generations») als Geschäftsleitungsmitglied aufgeführt, das Institut war für einen Kommentar nicht erreichbar.

Verwaltungsratspräsident der Bank Frey ist Markus A. Frey, der ebenfalls als Partner der Anwaltskanzlei «Niederer Kraft & Frey» fungiert. Otto Bruderer, Bank-Wegelin-Teilhaber, sass von 2002 bis 2010 als Vizepräsident im Verwaltungsrat der Bank Frey.

(sda/muv/chb)

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