Der Steuerstreit mit den USA geht in die nächste Runde. Das US-Justizdepartement hat eine Triage bei jenen Banken vorgenommen, die sich in die Gruppe 2 einreihten. Zu dieser Gruppe gehören 15 Kantonalbanken, die Migros Bank, Valiant oder Postfinance.

Bei den «problematischen Fällen» der Gruppe 2 wollen es die Amerikaner genauer wissen. Als solche werden rund 40 der 90 Banken aus Gruppe 2 eingestuft. Diese sind von einer Nachbehandlung durch die US-Justiz betroffen, weil sie eine grosse Anzahl von Amerikanern mit unversteuerten Vermögenswerten in ihren Kundenlisten führten oder ein auffälliges Verhalten bei deren Betreuung an den Tag legten. Die betroffenen 40 Banken wurden im Oktober aufgefordert, weitere Präzisierungen und Informationen nachzuliefern.

«Zum Warten verdammt»

In die Gruppe 2 haben sich jene Banken eingereiht, die vermuten oder nicht ausschliessen, dass einige ihrer Kunden der Steuerpflicht in den USA nicht nachgekommen sind. Während die einen Banken aus der Gruppe 2 jetzt also nachsitzen müssen, wird der andere Teil, ungefähr 50 Banken, von den Amerikanern als unproblematisch eingestuft. Sie betrieben nur ein kleines US-Geschäft, bemühten sich nicht aktiv um US-Gelder oder betreuten Schweizer mit Wohnsitz USA. «Diese Banken sind wegen der Zusatzschlaufe der Minderheit zum Warten verdammt», sagt ein Insider. Zu ihnen gehört offenbar die Migros Bank. Ihr Chef, Harald Nedwed, erklärte kürzlich: «Die Sache liegt für uns auf Eis.»

Mit dem Nachfassen der US-Justiz in 40 Fällen ist klar, dass es 2014 nicht zu einem Abschluss mit den Gruppe-2-Banken kommt. Es wird davon ausgegangen, dass deren Bussen im Frühling 2015 ausgesprochen werden. Für jene, die von der US-Justiz genauer angeschaut werden, könnte es teurer werden als bisher angenommen.

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