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Sesselwechsel
US-Justizministerin Lynch: Arbeitstier ohne Star-Allüren

Loretta Lynch: Die Afroamerikanerin wird neue US-Finanzministerin.

Amerikas neue Justizministerin gilt als Frau mit Substanz. Schlagzeilen machte Loretta Lynch Ende der 1990er Jahre – als Richterin in einem brüchtigten Fall bestialischer Misshandlung.

Veröffentlicht am 25.04.2015

Für gewöhnliche Amerikaner ist Loretta Lynch ein unbeschriebenes Blatt. Die 55-Jährige legt keinen Wert auf Show oder knallige Schlagzeilen – sondern auf Substanz, wenn man US-Präsident Barack Obama glaubt. Mitstreiter bezeichnen sie als «Arbeitstier». Als unauffällige aber hoch qualifizierte Juristin hat sich die New Yorker Staatsanwältin längst einen Namen gemacht.

Die Afroamerikanerin wurde in Greensboro im Südstaat North Carolina als Tochter eines Baptisten-Pfarrers und einer Englischlehrerin geboren. Sie besuchte mit ihrem Vater früh die Kirche, die in den frühen 1960er-Jahren zum Treffpunkt studentischer Proteste gegen Rassentrennung wurde.

Ausbildung an der renommierten Harvard Law School

1981 absolvierte sie das renommierte Harvard-College und drei Jahre später die Harvard Law School, eine Elite-Schmiede für Juristen. Ihre Karriere im Dienst der Regierung begann sie 1990 im Gerichtsbezirk östliches New York.

In den folgenden Jahren war es vor allem ihr Kampf gegen das organisierte Verbrechen, gegen Terrorakte, Betrug und Bestechung, mit denen sie sich einen Namen machte. Als unabhängige Juristin machte sie Terroristen, Mafiosi und korrupten öffentlichen Bediensteten den Prozess und erwies sich Obama zufolge als unermüdliche Verfechterin der Bürgerrechte.

Lynch gilt als gute Zuhörerin und als eine Frau, die in Debatten geschickt Konsens herstellen kann.

Lynch wurde Ende der 90er-Jahre bekannt

Bekannt wurde Lynch Ende der 1990er-Jahre durch die Verurteilung der New Yorker Polizisten, die den haitianischen Einwanderer Abner Louima bestialisch misshandelt hatten. Die mutmasslich rassistisch motivierte Folterung Louimas gilt bis heute als einer der schlimmsten Fälle von Polizeibrutalität in der Geschichte New Yorks.

Angesichts wiederholter Fälle übermässiger Polizeigewalt gegen Afroamerikaner dürften ihr diese Erfahrungen und ihr generell gutes Verhältnis zu den US-Strafverfolgungsbehörden noch von grossem Nutzen sein.

(sda/moh)

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