US-Militärs haben womöglich Geheimdienstberichte frisiert, um den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) erfolgreicher darzustellen. Das Pentagon habe nach entsprechenden Vorwürfen Ermittlungen aufgenommen.

Dies berichtete die «New York Times» am Mittwoch unter Berufung auf Regierungsvertreter. Mindestens ein ziviler Mitarbeiter des Militärgeheimdienstes sagte demnach aus, er habe Beweise dafür, dass beim US-Militärkommando Centcom Geheimdienstanalysen für Präsident Barack Obama und andere Regierungsmitglieder unzulässig überarbeitet worden seien.

Keine wichtige Stadt zurückerobert

Der Generalinspektor des US-Verteidigungsministers habe sich der Sache angenommen, berichtete die Zeitung weiter. Sollte sich der Verdacht bestätigen, könnte das die unterschiedlichen öffentlichen Einschätzungen über Fortschritte im Kampf gegen den IS erklären.

Eine US-geführte Allianz begann vor einem Jahr mit Luftangriffen auf IS-Stellungen im Irak, später wurden auch Ziele in Syrien angegriffen. Den irakischen Sicherheitskräften und verbündeten Milizen gelang es seitdem zwar, einige Gebiete von den Extremisten zurückzuerobern, darunter aber keine einzige grössere Stadt wie Ramadi oder Mossul. Tatsächlich stellten US-Geheimdienste laut «New York Times» kürzlich fest, dass der IS seit dem Start der Luftangriffe kaum geschwächt wurde.

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(sda/gku)