1. Home
  2. Politik
  3. US-Minister will Privatjet-Reisen selbst zahlen

Kritik
US-Minister will Privatjet-Reisen selbst zahlen

Tom Price: Ihm wird vorgeworfen, Steuergelder zu verschwenden. Keystone

Der US-Gesundheitsminister Tom Price steht wegen Reisen mit privaten Jets unter Druck. Jetzt will er die Kosten dafür aus eigener Tasche zurückzahlen.

Veröffentlicht am 29.09.2017

Der wegen Reisen mit privaten Jets unter Druck geratene US-Gesundheitsminister Tom Price hat angekündigt, die Kosten für die Flüge aus eigener Tasche zurückzahlen zu wollen.

«Die Steuerzahler werden kein Geld für meinen Sitzplatz in diesen Flugzeugen zahlen», erklärte Price am Donnerstag in einer Stellungnahme. Er kündigte zudem an, bei Dienstreisen keine privaten Jets mehr nutzen zu wollen.

Von Rechtsabteilung genehmigt

Das Magazin «Politico» hatte enthüllt, dass Price mehrfach Flugzeuge gechartert hatte. In einem Fall war er demnach von Washington nach Philadelphia geflogen - das ist eine Distanz von 217 Kilometern. Die oppositionellen Demokraten warfen dem Minister vor, Steuergelder zu verschwenden. Präsident Donald Trump zeigte sich verärgert über Price und liess offen, ob er ihn entlassen wolle.

Ein Sprecher des Ministers hatte nach Bekanntwerden der Vorwürfe erklärt, es sei angesichts des Terminplans nicht immer möglich, Linienflüge zu nutzen oder anders zu reisen. Price selbst betonte am Donnerstag erneut, die Flüge seien von der Rechtsabteilung genehmigt worden. Das Gesundheitsministerium will in einer internen Untersuchung klären, ob er gegen Vorschriften für Regierungsvertreter verstossen hat.

Weitreichendes Problem

Auch Reisen von anderen Mitgliedern aus Trumps Kabinett haben Fragen aufgeworfen. Der Direktor der Umweltbehörde EPA, Scott Pruitt, nutzte ebenfalls in einem Fall ein Charterflugzeug für eine Dienstreise.

Finanzminister Steven Mnuchin geriet vor einigen Wochen in die Kritik, weil er am Tag der totalen Sonnenfinsternis mit einem Regierungsflieger nach Kentucky gereist war. Offizieller Anlass war eine Besichtigung der amerikanischen Goldreserven in Ford Knox. Eine Bürgerinitiative warf Mnuchin aber vor, er habe in Wirklichkeit nur die Sonnenfinsternis verfolgen wollen.

(sda/cfr)

 

Anzeige