In den USA hat ein Senatsausschuss damit begonnen, die Preispolitik von vier Pharmafirmen zu untersuchen. Den Unternehmen wird vorgeworfen, die Preise für lebenswichtige Medikamente ohne nachvollziehbare Gründe drastisch angehoben zu haben. «Die plötzlichen und aggressiven Preiserhöhungen für eine Reihe von Medikamenten, die seit Jahrzehnten weit verbreitet sind, betreffen Patienten, Gesundheitseinrichtungen und die gesamten Kosten der Gesundheitsvorsorge», sagte die republikanische Ko-Vorsitzende des Ausschusses, Susan Collins, am Mittwoch.

Die Ko-Vorsitzende der Demokraten, Claire McCaskill, sagte, die Preisanstiege hätten offenkundig nichts mit Kosten für Forschung und Entwicklung zu tun. Der Ausschuss verlangt von den Pharmaunternehmen Valeant Pharmaceuticals, Turing Pharmaceuticals, Retrophin und Rodelis Therapeutics Informationen über ihre Preisgestaltung bei bestimmten Medikamenten.

Thema im US-Wahlkampf

Seit einiger Zeit schon wirft die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton einigen Pharmaunternehmen Preiswucher vor. Einer der Auslöser für Clintons Vorstoss war das Vorgehen von Turing Pharmaceuticals. Turing-Chef Martin Shkreli hob im September den Preis für das Toxoplasmose-Medikament Daraprim auf 750 Dollar von zuvor 13,50 Dollar an – ein Aufschlag von rund 5500 Prozent. Das Medikament zur Behandlung der von Parasiten übertragenen Infektionskrankheit ist bereits seit 62 Jahren auf dem Markt und Turing hatte erst kurz zuvor die Rechte an dem Mittel erworben.

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(reuters/mbü/ise)