US-Spezialkräfte haben nach Medienberichten erfolglos versucht, zwei im August in der afghanischen Hauptstadt Kabul entführte Professoren der Amerikanischen Universität zu befreien. Es handelt sich bei den Geiseln um einen US-Amerikaner und einen Australier. Bisher war unbekannt, wer die Männer entführt hatte. Aus den Medienberichten aus der Nacht auf Freitag geht hervor, dass sie in den Händen von Taliban sind.

Die «New York Times» berichtete, das Militär habe sie in einer entlegenen, gebirgigen Gegend Ostafghanistans vermutet. Es habe ein «schweres Gefecht mit Dutzenden Aufständischen» gegeben. Die Geiseln seien aber nicht mehr dort gewesen. Man habe sie offenbar nur um Stunden verpasst.

Obama gab grünes Licht

Die Zeitung «USA Today» berichtete unter Berufung auf einen Pentagon-Sprecher, dass Präsident Barack Obama den «Einsatz zur Befreiung zweier ziviler Geiseln» schon im August gebilligt hatte. Die beiden Professoren waren Anfang August nahe der Amerikanischen Universität von Bewaffneten aus ihrem Auto gezerrt worden. Ende August griffen drei Talibankämpfer die Universität an und töteten 16 Menschen, darunter acht Studenten und zwei Professoren.

Seit Monaten steigt die Zahl der Entführungen von Afghanen und Ausländern in Kabul und anderen Orten. Dahinter stecken sowohl kriminelle Banden als auch Extremisten. Eine Inderin und eine Australierin sind vor kurzem freigekommen.

(sda/mbü/hon)