Mehr als 1100 Mitarbeiter der US-Steuerbehörde IRS sind trotz eigener Steuersünden mit Prämien für ihre Arbeit belohnt worden. Insgesamt habe die IRS zwischen 2010 und 2012 mehr als eine Million Dollar (720'000 Euro) als Bonus an Beamte und Angestellte gezahlt, obwohl sie teils «ihre Steuerverpflichtungen über Jahre absichtlich kleinrechneten, sie zu spät zahlten und nicht ihr volles Einkommen angaben», heisst es in einem Bericht einer Revisionsbehörde, der in Washington veröffentlicht wurde.

Bezahlter Sonderurlaub für Steuerbetrüger

Neben den Prämien hätten einige der Mitarbeiter auch bezahlten Sonderurlaub erhalten oder seien automatisch befördert worden. Es sei problematisch, dass die IRS bei der Bonus-Vergabe generell nicht in Betracht ziehe, ob die Mitarbeiter beim Mogeln in ihrer Steuererklärung überführt worden seien oder Steuerschulden hätten. In einer schriftlichen Reaktion versicherte die Behörde, den Bericht ernst zu nehmen: «Wir streben danach, eine Regel einzuführen, die die Integrität der Steuerverwaltung und ihr Ansehen bewahrt.»

Es handele sich um ein Problem, dass weit über die IRS hinausgehe, so die Behörde weiter. Allein 2011 hätten in den USA mehr als 310 000 Bundesbedienstete Probleme mit ihren Steuern gehabt. Ihre Schulden hätten sich auf 3,5 Milliarden Dollar belaufen.

(awp/chb)