Der Steuerstreit zwischen der Schweiz und den USA hat eine neue Stufe erreicht: Die US-Steuerbehörden erhalten offenbar neues Material für ihren Kampf gegen Steuerhinterzieher - und diese Informationen könnten für die Schweiz zum Problem werden. 

Wie der «Tages-Anzeiger» berichtet, hat Liechtenstein dem Druck aus den USA nachgegeben und das Bankgeheimnis für amerikanische Bürger vollständig aufgehoben. Mit dem Einverständnis der liechtensteinischen Steuerverwaltung hat das US-Justizdepartement eine Gruppenanfrage an die Liechtensteinische Landesbank (LLB) gestellt.  

«Wir können bestätigen, dass bei der liechtensteinischen Steuerverwaltung ein Ersuchen des U.S. Department of Justice eingegangen ist. Die LLB hat die geforderten Daten an die liechtensteinische Steuerverwaltung ausgeliefert», wird LLB-Sprecher Cyrill Sele im Bericht des «Tages-Anzeigers» zitiert. 

Brisant: Die Daten beinhalten nicht nur Informationen zu den jeweiligen US-Kontoinhabern, sondern auch «die Namen der wirtschaftlichen Berechtigten, die hinter Stiftungen stehen und über ein Konto bei der LLB verfügen», heisst es.

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Betroffen sind Kunden und Stiftungen, deren Kontostand bei der LLB zwischen 2004 und 2012 einmal über 500'000 Franken betrug. Weder ein Verdacht noch ein Hinweis, dass der Betroffene Steuern hinterzogen haben könnte, seien nötig.

Dies dürfte nicht nur bei den betroffenen US-Bürgern für Verunsicherung sorgen. Auch Vermögensverwalter, Banker und Kunden aus der Schweiz müssen damit rechnen, ins Visier derUS-Steuerbehörden zu geraten. Denn laut «Tages-Anzeiger» fordern die Amerikaner auch «sämtliche Korrespondenz über die Konten, inklusive Namen von Hunderten - meist Schweizer - Vermögensverwaltern.»

(muv)