Die USA haben Russland angesichts der jüngsten Entwicklungen in der Ostukraine mit «weiteren Konsequenzen» gedroht. US-Aussenminister John Kerry forderte seinen russischen Amtskollegen in einem Telefongespräch am Samstag zu Deeskalations-Schritten auf.

Kerry zog nach Angaben aus seinem Ministerium Parallelen zu den Vorgängen auf der Krim vor der russischen Annexion der Halbinsel und drohte Moskau mit weiteren Konsequenzen. Er warf Lawrow vor, die Aktionen Militanter in der Ostukraine seien abgestimmt und die Angreifer seien mit speziellen russischen Waffen ausgerüstet gewesen.

Das Weisse Haus warnte Moskau vor «weiterer militärischer Intervention». Die USA seien «sehr besorgt» über die «gezielte, offensichtlich von Russland unterstützte Kampagne» prorussischer Separatisten in der Region, erklärte Laura Lucas Magnuson, eine Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates, am Samstag.

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Lawrow wies die Vorwürfe in einem Telefonat mit seinem US-Kollegen John Kerry erneut zurück. Die schwere Krise sei von der «unfähigen» Regierung in Kiew hervorgerufen worden, sagte Lawrow der Agentur Itar-Tass zufolge. Die ukrainische Führung ignoriere die Rechte der russischsprachigen Bürger.

Vizepräsident Biden reist nach Kiew

US-Vizepräsident Joe Biden wird am 22. April zu Gesprächen mit Regierungsvertretern in die ukrainische Hauptstadt Kiew reisen. Er werde bei der Visite die "starke US-Unterstützung für eine geeinte demokratische Ukraine" unterstreichen, "die selbst über ihren zukünftigen Weg entscheidet", hiess es in einer Mitteilung des Weissen Hauses vom Samstag.

Demnach soll es bei der Visite auch um die jüngsten Entwicklungen in der Ostukraine gehen. Dort hatten am Samstag moskaufreundliche Aktivisten hatten weitere Behördengebäude besetzt und damit die Krise weiter verschärft.

Forderung nach Referendum

Nach Angaben des ukrainischen Innenministers Arsen Awakow griffen Bewaffnete im Osten der Ukraine mehrere Polizeiposten an. Die Separatisten fordern von der Regierung in Kiew ein Referendum über eine Unabhängigkeit der krisengeschüttelten Region.

Der ukrainische Aussenminister Andrej Deschtschiza forderte Russland in einem Telefonat mit seinem Kollegen Lawrow auf, nicht weiter mit Provokateuren Unruhe zu stiften. Moskau weist aber jede Beteiligung zurück. Der ukrainische Übergangspräsident Alexander Turtschinow berief wegen der angespannten Lage in der Region den nationalen Sicherheitsrat ein. Details wurden nicht bekannt.

Am kommenden Donnerstag wollen die USA, Russland, die Ukraine und die Europäische Union in Genf erstmals direkt miteinander beraten.

(sda/chb)