Im chinesisch-japanischen Inselstreit haben die USA die heimischen Fluggesellschaften zu Vorsicht aufgerufen. Das Aussenministerium in Washington forderte am Freitag, Verkehrsflüge über die umstrittene Seeregion wie verlangt bei den chinesischen Behörden anzumelden.

International tätige US-Fluggesellschaften seien generell angehalten, sich an entsprechende Anweisungen anderer Länder zu halten. Die USA zeigen sich sehr besorgt, dass es zu Zwischenfällen in der Zone kommen könnte. Dies bedeute aber nicht, dass die US-Regierung die neuen Vorgaben Chinas akzeptiere.

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Die Führung in Peking hatte zuletzt eine Luftverteidigungszone ausgerufen für das Gebiet um eine unbewohnte Inselgruppe im Ostchinesischen Meer, die auch von Japan beansprucht wird. Seitdem müssen sich Flugzeuge registrieren, sobald sie durch die Zone fliegen. Dessen ungeachtet hatten japanische, südkoreanische und US-Militärmaschinen die Region überflogen. 

Daraufhin hatte Chinas Luftwaffe mehrere Kampfjets zur Patrouille dorthin entsandt und dies als Verteidigungsmassnahme bezeichnet. Das US-Verteidigungsministerium kündigte anschliessend an, die Routineflüge in das Gebiet fortzusetzen.

Bemühung um Entschärfung

Die USA und Japan bemühen sich um eine Entschärfung im Streit über den Luftraum über dem Ostchinesischen Meer. Auch von chinesischen Kampfjets im strittigen Seegebiet wollen sich Washington und Tokio nicht weiter provozieren lassen. Aber Pekings Staatsmedien fordern Härte.

Nachdem Peking am Freitag erstmals amerikanische und japanische Militärmaschinen in der umstrittenen chinesischen Luftraumüberwachungszone direkt von Kampfjets verfolgen liess, sagte der japanische Verteidigungsminister Itsunori Onodera am Samstag, es sei nichts Besonderes passiert.

So sei zum Beispiel kein Flugzeug plötzlich näher gekommen, sagte der Minister nach Angaben der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo.

Verfolgung mit Kampfjets

Militärflugzeuge der USA, Japans und Südkoreas waren in den vergangenen Tagen in die neue «Identifikationszone zur Luftverteidigung» (ADIZ) geflogen, ohne die chinesische Seite vorher zu unterrichten. Peking hatte daraufhin nach eigenen Angaben Flugzeuge aus Japan und den USA von Kampfjets verfolgen lassen.

Chinesische Staatsmedien riefen am Samstag zu einem harten Vorgehen in dem Konflikt auf. Die Kritik an der neu eingerichteten Zone aus den USA, Europa und Japan entbehre jeder Grundlage.

«Wir können sie komplett ignorieren», schrieb die englischsprachige Zeitung «Global Times», die vom kommunistischen Parteiorgan «Volkszeitung» herausgegeben wird. China dürfe sich nicht einschränken lassen. «Das ist der einzige Weg, um den Westen an das Wachstum und die Ausweitung der chinesischen Interessen zu gewöhnen.»

(reuters/sda/aho)