Im Kampf gegen die radikale IS-Miliz dürfen die USA und ihre Verbündeten künftig Stützpunkte in der Türkei nutzen. Die nationale Sicherheitsberaterin der USA, Susan Rice, sagte am Sonntagabend in einem Fernsehinterview, die türkische Regierung habe zugestimmt, dass von den Militärbasen Ziele im Irak und in Syrien angeflogen werden dürften.

Zudem sei die Erlaubnis erteilt worden, dort gemässigte syrische Rebellen im Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) auszubilden.

Ein eigenes militärisches Eingreifen hat die Türkei ausgeschlossen, obwohl international der Druck auf das Nato-Mitglied wächst. Die Türkei hat auch Forderungen nach einem Hilfskorridor in die vom IS belagerte syrische Grenzstadt Kobani zurückgewiesen.

Kurden vor grossen Problemen

Die Kurden in Kobani sehen sich nach fast einem Monat heftiger Kämpfe kaum noch in der Lage, dem Ansturm des IS weiter abwehren zu können. Zwar haben die Extremisten durch die Luftangriffe der USA und ihrer Verbündeten schwere Verluste erlitten, erklärte die Kurdenmiliz YPG am Wochenende. In den vergangenen beiden Tagen seien die Einsätze aber nicht mehr so effektiv gewesen.

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Die Türkei fordert eine international abgestimmte Strategie, die nicht nur den IS in die Schranken verweist, sondern auch den syrischen Bürgerkrieg löst, indem der dortige Präsident Baschar al-Assad gestürzt wird.

Kritiker werden der Regierung in Ankara vor, sich auch deshalb zurückzuhalten, weil die YPG eine Schwesterorganisation der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK ist, die jahrzehntelang gegen die Sicherheitskräfte des Landes kämpfte und auch von westlichen Staaten als Terrororganisation eingestuft wird.

(sda/chb)