Die Regierung in Washington geht gegen Unternehmen und Personen auch aus Deutschland vor, die nach US-Einschätzung Sanktionen gegen den Iran gebrochen haben. Eine Reihe von Konzernen und Einzelpersonen aus Europa und dem Nahen dürften deshalb in den USA keine Finanzgeschäfte mehr tätigen, teilte das Finanzministerium mit.

Auf ihre Schwarze Liste setzten die Amerikaner demnach Firmen und Geschäftsleute aus Deutschland, Spanien, Liechtenstein, der Türkei, Georgien, Afghanistan, den Vereinigten Arabischen Emirate und dem Iran selbst. Die US-Regierung wirft den Beschuldigten unter anderem vor, Sanktionen gegen den Iran im Geschäft mit Öl sowie mit Militär- und Nukleartechnologie zu umgehen.

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Beschaffung von Atomtechnologie

Konkret nannte das Ministerium eine Firma in Spanien, die dem Iran bei der Beschaffung von Atomtechnologie helfe. Die Handelsbeschränkungen für den Iran wurden im Streit um die Nuklearanlagen des Landes verhängt, hinter denen vor allem die USA das Streben der Islamischen Republik nach Atombomben vermuten. Im November wurde eine internationale Vereinbarung als Durchbruch gefeiert, nach der die Regierung in Teheran ihr umstrittenes Nuklearprogramm herunterfährt und als Gegenleistung Sanktionserleichterungen erhält.

Die US-Regierung bekräftigte erneut, dass die bestehenden Strafmassnahmen weiter respektiert werden müssten. Erst am Vortag hatte sie europäische Firmen davor gewarnt, zu schnell wieder ins Iran-Geschäft einzusteigen.

(reuters/dbe)