1. Home
  2. Politik
  3. USA und China sprechen über Nuklearsicherheit

Gipfel
USA und China sprechen über Nuklearsicherheit

Obama und Xi: Atomwaffensperrvertrag aufrechterhalten. Keystone

Bei Gesprächen am Rande des Atom-Gipfels in Washington haben sich Barack Obama und Xi Jinping auf eine Zusammenarbeit in einigen Bereichen verständigt. Umstritten bleiben Chinas Ansprüche im Meer.

Veröffentlicht am 01.04.2016

Die USA und China wollen bei der Nuklearsicherheit stärker zusammenarbeiten. Darauf hätten sich US-Präsident Barack Obama und sein chinesischer Kollege Xi Jinping am Atom-Gipfel in Washington verständigt, sagte Chinas Vize-Aussenminister Zheng Zeguang am Donnerstag.

Ziel sei es, den Atomwaffensperrvertrag aufrechtzuerhalten sowie mehr im Bereich der Cyber-Sicherheit zu tun. Keine Annäherungen gab es laut Zheng hingegen im Streit um Gebietsansprüche im Südchinesischen Meer. Xi habe Obama gesagt, dass die Volksrepublik keine Einmischung in Souveränitätsfragen wünsche. China beansprucht grosse Teile des Südchinesischen Meeres für sich. Die Nachbarn Brunei, Malaysia, Philippen, Taiwan und Vietnam machen ebenfalls Ansprüche geltend.

Johann Schneider-Ammann mit dabei

An dem zweitägigen von Obama ausgerichteten Gipfel in Washington nehmen mehr als 50 Staaten teil. Die Schweiz ist durch Bundespräsident Johann Schneider-Ammann vertreten. Im Mittelpunkt stehen Fragen der Lagerung von Atommüll, dem Schutz vor nuklearem Terrorismus aber auch die neuen von Nordkorea ausgehenden Aggressionen.

Überraschend kam Obama am Rande des Atomgipfels zu einem Treffen mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan zusammen. Dabei sei es um die «US-türkische Zusammenarbeit in Fragen regionaler Sicherheit, Terrorabwehr und Migration» gegangen, teilte das Weisse Haus mit.

Unerwaretes Gespräch mit Erdogan

Im Vorfeld des Gipfels hatte es geheissen, Obama werde Erdogan nicht wie andere Staatschefs zu getrennten Gesprächen empfangen. Dies war als Affront gegen Erdogan gesehen worden. Die Beziehungen zwischen den beiden traditionellen Verbündeten USA und Türkei sind derzeit unter anderem wegen der türkischen Militäroffensive gegen kurdische Kämpfer stark angespannt. Zudem zeigte sich das Weisse Haus in den vergangenen Monaten immer wieder besorgt über Angriffe auf Meinungsfreiheit und Demokratie in der Türkei.

Es ist der vierte und voraussichtlich letzte Gipfel dieser Art (2010/Washington, 2012/Seoul, 2014/Den Haag). Nukleare Sicherheit ist ein Kernanliegen Obamas, der das Gipfelformat 2009 in Prag ins Leben gerufen hatte. Russland nimmt in Washington nicht teil.

Der Gipfel befasst sich mit der Gefahr eines Missbrauchs von Nuklearmaterial durch Terroristen und mit der bestmöglichen Sicherung radioaktiven Materials. Ein Sprecher des britischen Premier David Cameron kündigte in Washington an, Grossbritannien werde einen beträchtlichen Teil seines nuklearen Materials für medizinische Zwecke umwidmen.

(sda/gku)

Anzeige