Trotz der Verstimmungen im Spionagefall Snowden haben die USA und Russland gemeinsame Anstrengungen zur Bewältigung von Krisen wie in Syrien angekündigt. Die Aussenminister beider Länder bekräftigten bei einem Treffen in Washington das Ziel einer politischen Lösung des Bürgerkriegs in dem Land. Damit solle verhindert werden, dass der Nahost-Staat im Chaos versinke, sagte Gastgeber John Kerry. Der russische Aussenminister Sergej Lawrow sagte: «Wir haben dasselbe Ziel.» Wie Kerry forderte er direkte Verhandlungen zwischen der syrischen Regierung und den Rebellen. Auch die Verteidigungsminister Chuck Hagel und Sergej Schoigu sprachen über Sicherheitsfragen und strategische Probleme. Sie kündigten den Ausbau der militärische Zusammenarbeit an.

Treffen fanden statt

Die Treffen der Minister fanden wie vereinbart statt, obwohl das amerikanisch-russische Verhältnis auf dem tiefsten Punkt seit dem Ende des Kalten Krieges steht. Die USA haben verärgert auf die Entscheidung Russlands reagiert, dem früheren Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden, der umfangreiche Spionageaktivitäten der USA enthüllt hatte, für ein Jahr Asyl zu gewähren. Präsident Barack Obama sagte deshalb ein für September geplantes Treffen mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin ab. Strittig sind zwischen beiden Grossmächten Aspekte des Syrien-Konflikts. Die USA haben darüber hinaus das in Russland erlassene Verbot homosexueller «Propaganda» kritisiert.

Kerry sagte, beide Länder hätten gemeinsame Interessen, auch wenn sie sich gelegentlich ins Gehege gerieten. «Wir werden heute ganz gewiss über diese Differenzen reden, aber das Treffen bleibt über die Zusammenstösse und augenblicklichen Meinungsverschiedenheiten hinaus wichtig.»

Syrien

So stimmten die USA und Russland trotz vieler Meinungsverschiedenheiten überein, dass Syrien nicht im Chaos enden dürfe und der Bürgerkrieg auf dem Verhandlungsweg beendet werden müsse. Auch müssten sich beide Länder um Lösungen im Afghanistan-Konflikt, den Atomstreit mit dem Iran und Nordkorea und im Streit über die Raketenabwehr bemühen.«Natürlich haben wir Differenzen», sagte Lawrow. Darüber werde in aller Ruhe und Freundlichkeit geredet. Die Beziehungen stünden auf einer guten Grundlage.

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US-Regierungsvertreter erwarteten von den Ministergesprächen keinen Durchbruch. Die Entscheidung, das Treffen trotz der Differenzen nicht abzusagen, sei ein Wert an sich.

(tke/reuters)