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Bedrohung
USA und Russland gehen gegen IS gemeinsam vor

Barack Obama auf dem Weg in die Air Force One: Zusammenarbeit mit Russland. Keystone

Eigentlich herrscht Eiszeit. Doch im Kampf gegen die Terrormiliz IS wollen die beiden Grossmächte mehr Geheimdienstinformationen austauschen. Problempunkt ist Syrien.

Veröffentlicht am 15.10.2014

Die USA und Russland wollen im Kampf gegen die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) enger zusammenarbeiten. US-Aussenminister John Kerry und sein russischer Kollege Sergej Lawrow verständigten sich am Dienstag darauf, den Austausch von Geheimdienstinformationen über den IS zu intensivieren.

Beide Länder seien sich ungeachtet der tiefgreifenden Differenzen in anderen Bereichen ihrer Verantwortung bei der Extremistenbekämpfung bewusst, sagte Kerry in Paris. Er machte keine Angaben dazu, ob Russland dem von den USA ausgerufenen Bündnis gegen den IS beitrete. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern haben sich infolge der Ukraine-Krise deutlich abgekühlt.

Russland will die Erlaubnis Syriens

Die Regierung in Moskau vermutet hinter den US-Luftangriffen gegen den IS in Syrien das versteckte Motiv, Machthaber Baschar al-Assad stürzen zu wollen. Assad ist ein Verbündeter Russlands. Darum hat die russische Führung darauf gedrungen, dass vor Luftangriffen die Erlaubnis der syrischen Regierung eingeholt werden müsse. Die USA lehnen dies ab.

«Wir beide erkennen die Notwendigkeit, IS zu zerstören und zu besiegen», fügte Kerry hinzu. Die russische Regierung lote auch Möglichkeiten aus, irakische Regierungstruppen zu bewaffnen und zu trainieren. Der IS hat rund ein Drittel des Irak und Syriens unter seine Kontrolle gebracht.

Besorgter Obama

Nach den Worten des US-Aussenministers kann die internationale Militärkoalition im Kampf gegen den IS auch Militäreinrichtungen in der Türkei nutzen. Ankara habe «mit Sicherheit die Nutzung bestimmter Einrichtungen erlaubt», sagte Kerry. Es gebe in dieser Frage «keinerlei Unstimmigkeiten» mit der türkischen Regierung. Einzelheiten nannte er aber nicht.

US-Präsident Barack Obama sagte am Dienstag bei einem Treffen mit mehr als 20 Militärchefs der internationalen Koalition gegen den IS, der Kampf gegen die Islamisten werde vermutlich noch lange dauern und auch Rückschläge mit sich bringen. Er zeigte sich insbesondere besorgt über den Vormarsch des IS in der nordsyrischen Stadt Kobane. Kobane an der türkischen Grenze wird überwiegend von Kurden bewohnt. Es wird ein Massaker befürchtet, sollte der IS die Stadt einnehmen.

Grossbritannien und Franken an Luftkrieg beteiligt

Das Treffen auf dem Militärstützpunkt Andrews wurde von US-Generalstabschef Martin Dempsey geleitet. Grossbritannien, Frankreich, Belgien, die Niederlande, Kanada, Australien sowie fünf arabische Staaten beteiligen sich in Syrien oder im Irak am Luftkrieg der USA gegen den IS. An den Gesprächen nahmen aber auch Vertreter von Staaten teil, die sich auf andere Weise engagieren, darunter Deutschland, das Waffen an die Kurden im Nordirak liefert.

Zuvor hatten die USA mit Unterstützung Saudi-Arabiens die bisher stärksten Luftschläge gegen den IS ausgeführt. Nach Mitteilung des Zentralkommandos in Tampa (Florida) wurden am Montag und Dienstag nahe der kurdischen Enklave Kobane 21 Angriffe geflogen.

(sda/moh)

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