Die USA und Russland haben sich zur Vermeidung von Missverständnissen ihrer Streitkräfte in Syrien auf militärischer Ebene abgesprochen. Es habe einen «freundlichen und professionellen Austausch» gegeben, sagte Pentagonsprecher Peter Cook am Donnerstag.

Nach Angaben des Weissen Hauses drehte sich das einstündige Gespräch darum, dass im Bürgerkrieg internationale Regeln eingehalten und die üblichen Kommunikationskanäle genutzt würden.

«Unfall am Himmel» vermeiden

Der Austausch von Geheimdienst-Informationen sei aber nicht geplant, sagte Cook. Ziel sei, «eine Art von Unfall am Himmel» zu vermeiden. «Das bedeutet nicht, dass wir dulden, was Russland getan hat.» Präsident Barack Obamas Sprecher Josh Earnest warnte zugleich vor «willkürlichen» Angriffen, die den Krieg verlängern und Moskau tiefer in den Konflikt hineinziehen könnten.

Der Westen hatte Russland nach den am Mittwoch begonnen Luftangriffen vorgeworfen, dass auch moderate Kräfte und Zivilisten Opfer russischer Bombenangriffe in Syrien geworden seien. Russland weist dies zurück und geht nach eigener Darstellung mit Kampfflugzeugen gegen Terroristen vor.

Russland kritisiert «westliche Propaganda»

Das russische Militär greife aber nicht nur die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) an, sondern auch andere Gruppen, räumte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Donnerstag in Moskau ein. Es gebe eine Liste mit Organisationen, die bekämpft werden sollen, sagte er der Agentur Interfax zufolge. Konkrete Namen nannte er nicht.

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Kremlchef Wladimir Putin bezeichnete westliche Berichte über den Tod von Zivilisten bei den russischen Attacken als feindliche Propaganda. «Die ersten Informationen darüber waren schon aufgekommen, bevor unsere Kampfflieger in den Himmel gestiegen waren», sagte der Präsident.

Neue Luftangriffe

Russland bezeichnete unterdessen die oppositionelle Freie Syrische Armee als wichtigen Teil des politischen Prozesses in dem Bürgerkriegsland. Die Rebellen-Gruppe sei keine Terrororganisation, sagte Aussenminister Sergej Lawrow am Donnerstag in New York.

Das russische Verteidigungsministerium berichtete am Abend von neuen Luftangriffen. Lawrow schloss eine Ausweitung einer Intervention auf den benachbarten Irak zunächst aus. «Niemand hat uns eingeladen, und niemand hat danach gefragt», sagte er der Agentur Interfax zufolge.

Teilnahme an US-Koalition ausgeschlossen

Eine Teilnahme Russlands an der US-Koalition schloss Lawrow aus, da diese kein UNO-Mandat habe. Für Moskaus Intervention gibt es auch kein UNO-Mandat. Russland beruft sich auf eine Bitte Syriens um Hilfe. Die USA führen seit gut einem Jahr eine Allianz an, die Luftangriffe in Syrien fliegt. Auch Frankreich und Saudi-Arabien beteiligen sich.

(sda/me/ama)