Nach der überraschenden Abwertung des Yuans hat die US-Regierung die chinesische Führung vor einer Rückkehr zu einer alten Währungspolitik gewarnt. Eine Abkehr von einem stärker marktorientierten Devisenkurs wäre beunruhigend, verlautete am Dienstag aus dem Finanzministerium in Washington. Allerdings könnten die Auswirkungen der Abwertung noch nicht in vollem Umfang bewertet werden.

Die chinesische Notenbank hatte den Yuan überraschend um zwei Prozent sinken lassen. Damit sollen heimische Waren auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähiger und die Wirtschaft angekurbelt werden. Nach Darstellung der Notenbank handelt es sich um einen einmaligen Schritt.

US-Exporteure unter Druck

Die USA haben von China schon lange gefordert, den Wechselkurs des Yuans stärker von den Marktkräften bestimmen zu lassen. Viele Kongressabgeordnete werfen der Führung in Peking vor, die Währung künstlich zu verbilligen, um Exporte zu fördern. Sinkt der Wert des Yuans, werden chinesische Produkte auf dem Weltmarkt billiger.

Das trifft die USA besonders hart: Die US-Güter werden relativ teurer – und China ist ein wichtiger Handelspartner der USA. An der Börse in New York rutschten denn auch vor allem die Titel der Exporteure mit starkem China-Geschäft ab. Ganz unten im Dow-Jones-Index standen Apple-Papiere mit einem Kursverlust von 5 Prozent. Analyst Sundeep Bajikar vom Analysehaus Jefferies hatte sein Kursziel für die Anteile an dem Technologiekonzern gesenkt und verwies auf Unsicherheit um die iPhone-Nachfrage insbesondere aus China.

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Einfluss auf Zinswende?

Auch Firmen aus der Automobil- und Luxusgüterbranche, die ebenfalls stark von Exporten nach China abhängig sind, zählten zu den grössten Verlierern. Die Papiere von General Motors (GM) fielen um über 3 Prozent und die Anteile am Schmuckhändler Tiffany rutschten um weit über 2 Prozent ab.

Die Aktion der Regierung in Peking könnte nun sogar die Zinswende verschieben, wie Experte Craig Erlam vom Währungshändler Oanda sagt. «Wegen der Abwertung des Yuan könnte sich die Zinswende in den USA ins kommende Jahr verschieben.» Volkswirte rechnen aktuell mehrheitlich im September mit einer ersten Leitzinserhöhung seit der Finanzkrise.

(reuters/ise)