Nach dem Angriff eines russischen Polizisten auf einen US-Diplomaten in Moskau haben die USA zwei russische Vertreter des Landes verwiesen. Sie seien am 17. Juni als Reaktion auf die Attacke ausgewiesen worden, teilte der Sprecher des US-Aussenministeriums mit.

Demnach hatte der Polizist den US-Diplomaten am 6. Juni am Eingang des Botschaftsgeländes attackiert, obwohl sich dieser ausgewiesen hatte. «Die Aktion war völlig grundlos und hat die Sicherheit unseres Mitarbeiters gefährdet», sagte ein Sprecher.

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Betrieb stören

Russische Angaben, der Polizist habe die Botschaft vor einem unbekannten Eindringling geschützt, wies er als «einfach unwahr» zurück. Zum Zustand des Diplomaten wollte sich der Sprecher nicht äussern. Er klagte jedoch allgemein über zunehmende Schikanen der russischen Sicherheitsdienste gegen das US-Botschaftspersonal. Ziel sei es, den «diplomatischen und konsularischen Betrieb» zu stören.

Systematische Schikanen

Bereits Ende Juni hatte eine Sprecherin des Ministeriums Berichte der «Washington Post» bestätigt, wonach US-Diplomaten in Moskau seit der russischen Annexion der Krim-Halbinsel vor zwei Jahren vermehrt von Sicherheitsbeamten und Verkehrspolizisten observiert und drangsaliert werden.

Laut dem Blatt verfolgten russische Sicherheitsbeamte US-Vertreter und deren Familie, erschienen uneingeladen auf Empfängen und zahlten Geld für negative Berichterstattung.

Kot auf Teppich

Die Zeitung zitierte US-Diplomaten in Moskau, die von nächtlichen Einbrüchen in ihre Privatwohnungen berichteten: Dabei seien Möbel verschoben und Lampen erleuchtet worden. Im Haus des US-Verteidigungsattachés hätten Einbrecher den Hund des Diplomaten getötet. In einem anderen Fall sei Kot auf dem Teppich der Privatwohnung eines Diplomaten hinterlassen worden.

Russland warf seinerseits den USA die Behinderung seiner eigenen Diplomaten vor und erklärte, es antworte nur auf derartige «Provokationen». Diese Vorwürfe wies Washington seinerseits als «unbegründet» zurück.

(sda/chb)