Die Unternehmenssteuerreform III (USR III) kommt die Städte Zürich und Winterthur teuer zu stehen. Eine neue Modellrechnung des Kantons prognostiziert jährliche Ausfälle von 121,8 Millionen Franken für Zürich und 15,7 Millionen Franken für Winterthur.

Ende Juni schätzte der Zürcher Regierungsrat die jährlichen Ausfälle noch auf 285 bis 325 Millionen Franken für den Kanton und auf 360 bis 415 Millionen für die Gemeinden.

Millionenausfälle in zahlreichen Gemeinden

Am Dienstag präsentierte er eine aktualisierte Ausfallberechnung. Für den Kanton rechnet er mit einem Netto-Minderertrag von 171 bis 249 Millionen Franken, für die Gemeinden von 288 bis 319 Millionen Franken.

Besonders betroffen sind finanzstarke, grosse Gemeinden mit einem hohen Anteil an Unternehmenssteuern. Bei Zürich rechnet das Modell mit Mindereinnahmen von 121,8 Millionen Franken, bei Winterthur von 15,7 Millionen Franken, bei Kloten von 5,6 Millionen Franken, bei Opfikon von 2,7 Millionen Franken und bei Wallisellen von 2,6 Millionen Franken.

Die Ausfälle will der Regierungsrat nach der Inkraftsetzung der Vorlage (2019) im Rahmen der normalen Finanzplanung ohne Steuerfusserhöhung für die natürlichen Personen bewältigen, wie es in einer Mitteilung heisst.

Zwang von aussen

Die Unternehmenssteuerreform III wurde nötig, weil die Schweiz unter internationalem Druck die Steuerprivilegien für Holdings bis 2019 aufgeben muss. Das Parlament einigte sich in der Herbstsession auf die Reform. Mit neuen, international akzeptierten Vergünstigungen sollen die rund 24'000 betroffenen Firmen im Land gehalten werden.

Anzeige

Für die Gegner ist die Vorlage zu teuer und ungerecht. Sie schaffe viele neue Steuerschlupflöcher für Konzerne und Grossaktionäre. Die Kosten seien unberechenbar.

(sda/jfr/gku)