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Währung
Varoufakis plante Drachme mit Tsipras' Segen

Yanis Varoufakis: Als Finanzminister bastelte er an Ersatzwährung. Keystone

Griechenlands Ex-Finanzminister Yanis Varoufakis hat bestätigt, einen «Plan B» für Griechenland ausgearbeitet zu haben. Premier Tsipras selbst habe ihn damit beauftragt, ein Schulfreund habe geholfen.

Veröffentlicht am 28.07.2015

Griechenlands Ex-Finanzminister Yanis Varoufakis hat Geheimpläne zum Aufbau eines parallelen Zahlungssystems bestätigt und bringt damit Ministerpräsident Alexis Tsipras in Bedrängnis. Varoufakis erklärte, einen Plan ausgearbeitet zu haben, der eine Rückkehr Griechenlands zur Drachme ermöglichen sollte. Es habe sich allerdings um Notfallpläne gehandelt, die nie in Kraft getreten sei. Tsipras wurde von der Opposition dennoch aufgerufen, dazu Stellung zu nehmen und deutlich zu machen, wie weit die Pläne für einen «Grexit» gediehen waren.

Varoufakis sagte in einer Telefonkonferenz am 16. Juli nach am Montag veröffentlichten Mitschnitten, Tsipras selbst habe im Januar vor seinem Amtsantritt ihm den Auftrag gegeben, einen «Plan B« zu entwerfen, falls Griechenland von Geldhähnen abgeschnitten werde. Er habe daraufhin ein fünfköpfiges Team unter Führung des US-Volkswirts James Galbraith zusammengestellt, das im Verborgenen arbeiten sollte.

Per Knopfdruck auf Drachme umschaltbar

Die Idee sei gewesen, jeder Steuernummer ein paralleles Konto zuzuweisen, über das Zahlungen hätten laufen können – zunächst auf Euro lautend, aber per Knopfdruck auf Drachmen umschaltbar. Er selbst habe einen alten Schulfreund, der sich gut mit Computern auskenne, gebeten, ihm bei der Planung zu helfen, die Daten der Steuerverwaltung zu hacken. Varoufakis, der sich selbst als «erratischen Marxisten» bezeichnet, trat am 6. Juli zurück.

(reuters/me)

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