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Vorstoss
Vaterschaftsurlaubs-Initiative wird eingereicht

Väter: Vaterschaftsurlaub soll über die Erwerbsersatzordnung finanziert werden. Keystone

Vier Wochen Urlaub für frischgebackene Väter: Das fordert die Initiative «Für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub», die heute eingereicht wird. So soll der Vorstoss finanziert werden.

Veröffentlicht am 04.07.2017

Väter sollen nach der Geburt eines Kindes mindestens vier Wochen bezahlten Urlaub erhalten. Das fordert die Initiative «Für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub - zum Nutzen der ganzen Familie», die am Dienstag eingereicht wird.

Die Initianten wollen 107'106 beglaubigte Unterschriften übergeben. Innerhalb eines Jahres seien mehr als 130'000 Unterschriften gesammelt worden, teilten sie mit. Der Zuspruch auf der Strasse sei gross gewesen. Das zeige, dass der Vaterschaftsurlaub einem Bedürfnis entspreche.

Nicht mehr als einen Tag Urlaub

«Die Bevölkerung will jetzt endlich einen Vaterschaftsurlaub», schreiben die Initianten. Die erste Zeit nach der Geburt eines Kindes sei besonders intensiv für eine junge Familie. Heutige Väter wünschten sich, diese wichtige Zeit mit ihrer Familie verbringen zu können.

Zwar gewährten immer mehr Arbeitgeber einen Vaterschaftsurlaub. Ein gesetzlicher Urlaub habe jedoch den Vorteil, dass beispielsweise auch Angestellte in KMU davon profitieren könnten. Heute bekämen viele junge Väter nicht mehr als einen Tag Urlaub.

Preis einer Tasse Kaffee

Der Vaterschaftsurlaub soll wie der Mutterschaftsurlaub über die Erwerbsersatzordnung finanziert werden. Die Kosten betrügen gemäss Berechnungen des Bundesrates von 2013 maximal 380 Millionen Franken. Zur Finanzierung müssten Arbeitgeber und Arbeitnehmer je 0,06 Lohnprozente mehr einzahlen.

Bei einem Monatslohn von 6000 Franken wäre das in etwa so viel wie eine Tasse Kaffee, schreiben die Initianten. Das sei ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Geburt eines Kindes sei ein grosser Schritt. Für einen gelungenen Start brauche es präsente Väter - und zwar alle, nicht nur die, die sich einen unbezahlten Urlaub leisten könnten.

Hinter der Initiative steht der Verein «Vaterschaftsurlaub jetzt». Dieser wird von den Dachverbänden Travail.Suisse, männer.ch, Alliance F und Pro Familia getragen. Diese hatten die Initiative vor rund einem Jahr lanciert.

Im Parlament chancenlos

Im Parlament hatte der Vaterschaftsurlaub bisher keine Chance. So lehnte der Nationalrat vergangenes Jahr eine parlamentarische Initiative von Martin Candinas (CVP/GR) ab, der einen zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub forderte. Im März scheiterte ein Vorstoss von Rosmarie Quadranti (BDP/ZH) für eine bezahlte Elternzeit. Noch hängig ist ein Vorstoss von Kathrin Bertschy (GLP/BE).

Die Befürworter eines Vaterschaftsurlaubs wollen aber nicht länger auf das Parlament setzen. Nach über dreissig erfolglosen Vorstössen reiche es, schreiben sie. Die Politik habe lange genug an den Bedürfnissen der Bevölkerung vorbeipolitisiert. Die Schweiz sei in Sachen Vaterschaftsurlaub ein Entwicklungsland.

Nach Vorstellung der Initianten sollen Väter den Urlaub innerhalb eines Jahres nach der Geburt des Kindes flexibel beziehen können. Die 14 Wochen Mutterschaftsurlaub blieben unangetastet.

(sda/cfr/me)

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