Venezuelas Staatschef Hugo Chávez hat den Kampf gegen den Krebs verloren. Der 58-Jährige starb nach langer Krankheit in einem Militärspital in Caracas. Die Regierung ordnete eine einwöchige Staatstrauer an.

Der «Comandante» war erst am 18. Februar nach über zwei Monaten Behandlung aus Kuba nach Caracas zurückgekehrt. Am Montag hatte sich sein Gesundheitszustand dramatisch verschlechtert, nachdem erneut eine schwere Atemweginfektion aufgetreten war. Die Todesnachricht wurde von Vize-Präsident Nicolás Maduro verkündet. Er rief seine Landsleute zur Besonnenheit auf. «Im immensen Schmerz dieser historischen Tragödie, die unser Vaterland berührt, rufen wir alle Landsleute auf, Wächter des Friedens, der Liebe, des Respekts und der Ruhe in diesem Vaterland zu sein», sagte der Vize-Präsident.

Verteidigungsminister Diego Molero versicherte, die Armee werde die Bevölkerung und die Verfassung des Landes schützen. «Von diesem Moment an sind wir in der Mission, die Verfassung zu erfüllen oder erfüllen zu lassen für das Wohl des Vaterlandes und der Republik.» Die Beerdigung von Chávez soll am Freitag stattfinden. Geplant sei eine öffentliche Trauerfeier, an der zahlreiche Staats- und Regierungschef aus Lateinamerika teilnehmen würden, sagte Aussenminister Elias Jaua. Der Leichnam soll am Mittwoch vom Spital in Caracas zu einer Militärakademie gebracht werden, wo er für eine zweitägige Totenwache aufgebahrt wird.

Kuba trauert

Der bei der Präsidentenwahl im Oktober unterlegene Oppositionskandidat Henrique Capriles sprach der Familie und den Anhänger von Chávez sein Mitgefühl aus und rief zu Geschlossenheit auf. «In diesen schwierigen Augenblicken müssen wir unsere tiefe Liebe und unseren Respekt für unser Venezuela beweisen», erklärte er über Twitter. Die Nachricht vom Tod des Staatschefs löste auch international Betroffenheit aus. US-Präsident Barack Obama, den Chávez stets heftig kritisiert hatte, signalisierte das Interesse der USA an konstruktiven Beziehungen zu Caracas.

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Kuba reagierte mit Trauer auf die Todesnachricht. Für Revolutionsführer Fidel Castro sei Chávez wie ein «echter Sohn» gewesen und für Staatschef Raúl Castro ein «herzlicher Freund». Und weiter: «Chávez ist auch Kubaner», hiess es einer Mitteilung der Regierung. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon sprach der Familie von Chávez, der Regierung und dem venezolanischen Volk sein «tiefes Beileid» aus. Er würdigte in einer kurzen Ansprache den «Beitrag zur Entwicklung seines Landes», den Chávez während seiner Amtszeit geleistet habe.

(muv/tke/awp/sda)