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Angstmache
Venezuelas Präsident droht Opposition mit Gefängnis

Venezuelas Präsident droht Opposition mit Gefängnis
Nicolás Maduro: Weitere Eskalationsstufe gezündet. Keystone

Der sozialistische Präsident Nicolás Maduro verschärft den Ton und droht den Oppositionsführern mit Gefängnis. Er wirft ihnen vor, gezielt Jugendliche aufzuhetzen.

Im Machtkampf in Venezuela verschärft der sozialistische Präsident Nicolás Maduro den Ton und droht den Oppositionsführern mit Gefängnis. Er warf ihnen in Caracas vor, gezielt Jugendliche gegen die Polizei aufzuhetzen und sie mit Drogen zu bezahlen.

«Sie sind verantwortlich und werden mit dem Gefängnis bezahlen für das, was sie mit der Jugend machen», sagte Maduro. Er klagte die Opposition an, für die 68 Toten und tausenden Verletzten bei den seit April andauernden Protesten verantwortlich zu sein.

Namen genannt

Namentlich nannte er unter anderem Henrique Capriles, der 2013 bei der letzten Wahl nur äusserst knapp gegen Maduro verloren hatte und zuletzt bereits für 15 Jahre für eine Kandidatur bei Wahlen gesperrt worden war.

Capriles wirft Maduro vor, das Land in eine Diktatur zu verwandeln. Entzündet hatten sich die Proteste an der zeitweiligen Entmachtung des von der Opposition dominierten Parlaments. Das Land grossen Erdölreserven leidet neben der politischen Krise unter einem akuten Mangel an Lebensmitteln und Medikamenten.

Bei den zuvor heftigsten Protesten gegen Maduro hatte es 2014 insgesamt 43 Tote gegeben - der damalige Oppositionsführer Leopoldo López wurde wegen angeblicher Anstachelung zu Gewalt zu fast 14 Jahren Haft verurteilt. Zahlreiche Regierungen sehen López als einen politischen Gefangenen. Seine Frau Lilian Tintori wirbt auf der ganzen Welt um Unterstützung für ihren Mann. Aus dem Gefängnis heraus forderte López zuletzt das Militär zum Bruch mit Maduro auf.

(sda/chb/ise)

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