Im Kampf gegen das Ebola-Virus stellt Kanada der Weltgesundheitsbehörde WHO einen Impfstoff zur Verfügung. Die Substanz habe verheissungsvolle Ergebnisse in Tierversuchen erzielt und werde derzeit am Menschen getestet, teilte die WHO am Samstag mit. Die WHO werde demnächst entscheiden, wie der experimentelle Wirkstoff weiter verteilt und eingesetzt werde.

Kanada hatte bereits im August angekündigt, den in Kanada entwickelten Impfstoff VSV-EBOV an die WHO für den Einsatz in Afrika zu liefern. Er ist aber noch in kanadischen Laboren, weil beide Seiten über logistische und ethische Fragen stritten.

Transport nach Genf

Die jetzt angekündigten 800 Einheiten des Mittels werden der Regierung zufolge ab Montag in drei getrennten Lieferungen zum WHO-Sitz nach Genf gebracht. Sie müssen den Angaben zufolge während der gesamten Zeit unter äusserst niedrigen Temperaturen gehalten werden. Wie viele Menschen damit behandelt werden könnten, ist den Behörden zufolge unklar, weil es noch keine Erfahrungen gebe.

Die Lizenz für die kommerzielle Nutzung des Impfstoffs hat das US-Unternehmen NewLink Genetics. Es hatte im August bereits erklärt, binnen ein oder zwei Monaten zehntausende Einheiten des Mittels herstellen zu können.

Pharmafirmen forschen unter Hochdruck

Auch zahlreiche andere Firmen forschen unter Hochdruck an ähnlichen Produkten. So teilte der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline am Samstag mit, entsprechende Forschungen kämen schneller als erwartet voran. Vorläufige Ergebnisse würden noch 2014 erwartet und im Erfolgsfall könnte die Impfung von medizinischem Personal in Afrika Anfang 2015 beginnen.

Gegen die Krankheit gibt es noch kein Heilmittel. Der WHO zufolge sind bislang mehr als 4500 Menschen an Ebola gestorben, der grösste Teil in Westafrika. Die am stärksten betroffenen Länder sind Guinea, Liberia und Sierra Leone.

Die Hilfsorganisation Oxfam warnte am Samstag, es gebe nur noch ein Zeitfenster von zwei Monaten zur Eindämmung der Epidemie. Bundesaussenminister Frank-Walter Steinmeier forderte ein stärkeres Engagement der internationalen Gemeinschaft. US-Präsident Barack Obama rief seine Landsleute auf, nicht in eine Ebola-Hysterie zu verfallen.

(reuters/ise)

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